Stadtansicht_Beitragsbild

Posted On 26. März 2019 By In Anno dazumal, Übers Grätzel With 91 Views

Die Stadtansicht aus 1827 zieht ins Bezirksamt ein

Als die Seidengasse noch Fuhrmann(s)gasse und die Schottenfeldgasse noch Feldgasse hieß, erstellte Carl Graf Vasquez eine Serie an Plänen der damaligen Wiener Vorstädte. Im Zuge dieser Arbeiten entstand 1827 eine Stadtansicht des k. u. k. Polizeibezirks St. Ulrich. Das Sammlerstück, das den heutigen 7. Bezirk in seinen damaligen (Gesichts- & Straßen-)Zügen zeigt, ist ab sofort im Bezirksamt am Neubau untergebracht und wartet auf zahlreiche, interessierte BesucherInnen.

im7ten_Stadtansicht 1827_Carl Graf Vasquez

 

Am Dienstag, den 19. März 2019, fanden sich neben dem amtierenden Bezirksvorsteher Markus Reiter auch seine beiden Vorgänger Thomas Blimlinger und Herbert Tamchina sowie Bezirksvorsteher-StellvertreterIn Isabelle Uhl und einige BewohnerInnen und UnternehmerInnen des Bezirks in der Bezirksvorstehung Neubau ein, um bei der offiziellen Übergabe der historischen Stadtansicht aus 1827 dabei zu sein. Als Dauerleihgabe schmückt die Antiquität nun den Gang im 2. Stock des Magistratischen Bezirksamts.

CrowdfunderInnen bewegen Geschichte

Der Plan vom k. u. k. Polizeibezirk St. Ulrich (wie das Gebiet des heutigen 7. Bezirks damals hieß) wurde 1827 von Carl Graf Vasquez neben einer Reihe anderer Pläne der Wiener Vorstädte gefertigt und ist mit 14 handkolorierten Ansichten der Gegend verziert.

Bis vor Kurzem stand der historische Plan in einem tschechischen Antiquariat zum Verkauf und wurde durch die von den Kaufleuten der Westbahnstraße und der Kaiserstraße initiierte Crowdfunding-Aktion angekauft. Fachkundig unterstützt wurden sie von Domenico Jacono, seines Zeichens Antiquitätenhändler in der Neubaugasse 35 (ident: Westbahnstraße 1a).
Im November 2018 ging die Crowdfunding-Aktion online, wenige Wochen später war klar: Die Stadtansicht aus dem Jahr 1827 – also noch vor der Eingemeindung des 7. Bezirks nach Wien – kommt nach Wien. Und zwar nicht wegen einem, sondern vielen KäuferInnen. [Wer nachlesen möchte: Hier haben wir die Details zur Crowdfunding-Aktion zusammengeschrieben.]

Als Dankeschön erhielten die 24 UnterstützerInnen der Aktion eine hochwertige Replik des Plans, um sich nachhaltig an diese wunderbare Initiative zu erinnern, die ein Stück Bezirksgeschichte in den 7. Bezirk gebracht hat.

Von Anfang an war klar: Das Original gehört gesehen

Um das Sammlerstück der Öffentlichkeit zugänglich zu machen, haben die Kaufleute der Westbahnstraße und der Kaiserstraße den Originalplan als Dauerleihgabe an die Bezirksvorstehung Neubau übergeben, wo der Plan nun zu den Öffnungszeiten des Magistratischen Bezirksamts zugänglich ist.

Wer eine Exkursion machen und den Plan inspizieren möchte, findet ihn hier:

Magistratischen Bezirksamt für den 7. Bezirk
Hermanngasse 24-26, 1070 Wien
bei der Bezirksvorstehung Neubau (2. Stock)

Feierliche Übergabe

Stellvertretend für die Einkaufsstraßenvereine der Kaiserstraße und der Westbahnstraße überreichte die Obfrau des Vereins der Kaufleute der Westbahnstraße, Katharina Franke (Franke Leuchten), die Stadtansicht an Bezirksvorsteher Markus Reiter.
Nach dem Dank an die  UnterstützerInnen der Aktion fand Markus Reiter lobende Worte für das Engagement der Kaufleute des Grätzls, das bei dieser wie auch zahlreichen vorangegangenen Aktivitäten wie Kochen in der Hermanngasse, Steine der Erinnerung oder dem Wanderbaren Schanigarten (hurra, er kommt bald wieder!) sichtbar wird: „Davon profitiert der ganze Bezirk.“

St. Ulrich – der älteste Stadtteil Wiens außerhalb der Innenstadt! Am Neubau gibt es Geschichte und Geschichten an jeder Ecke, unterhalb von jedem Pflasterstein, an den Fassaden, in den Innenhöfen und den Straßenzügen. Mit Schmunzeln und Staunen lauschten die Anwesenden den Anekdoten, die Herbert Tamchina und Thomas Blimlinger aus ihrer Zeit als Bezirksvorsteher zum Besten gaben – keine Sorge, wenn Sie es verpasst haben, wir werden zu einem späteren Zeitpunkt auf im7ten berichten.

In lockerer Atmosphäre wurde nach der Enthüllung der Stadtansicht über das liebevoll gefachsimpelt, was alle Anwesenden verbindet: Der soft spot im Herzen für Wien Neubau.

v. l. n. r.: Thomas Blimlinger (Bezirksvorsteher a. D.), Thomas Kreuz (WauWau Pfeffermühlen), Katharina Franke (Franke Leuchten), Markus Frömmel (froemmel’s café conditorei catering), Bezirksvorsteher Markus Reiter, Klaus Schmidtschläger (Schmidtschläger Beschlägespezialist & Neubauer-aus-Gewohnheitsrecht) und Bezirksvorsteher-StellvertreterIn Isabelle Uhl beim Lesen der Plakette, die neben der Antiquität montiert wird.

Events am Neubau, was ist los im 7. Bezirk

v. l. n. r.: Andreas Lorenzi (Lorenzi feinste Stahlwaren & Schleiferei), Bezirksvorsteher-StellvertreterIn Isabelle Uhl, Katharina Franke (Franke Leuchten), Markus Reiter, Klaus Schmidtschläger (Schmidtschläger Beschlägespezialist), Christina Ostermayer (Bäckerei Felzl), Thomas Blimlinger, Thomas Kreuz (WauWau Pfeffermühlen), Herbert Tamchina, Markus Frömmel (froemmel’s café conditorei catering), Bezirksrätin Monika Grußmann

Der Bezirksvorsteher und seine Vorgänger fachsimpeln über die hood.

DANKE!

PS: Apropos „Am Neubau verbindet“: Im Rahmen seines Antrittsbesuches bei Bürgermeister Michael Ludwig überreiche Bezirksvorsteher Markus Reiter dem gebürtigen Neubauer und in der Kaiserstraße aufgewachsenen Wiener Bürgermeister einen hochwertigen Abzug des Plans in Originalgröße.

Tags : , , , , , , , ,

... legt Wert auf treffende, bedeutungsschwere Worte. Hat dafür sogar eine Waagschale. Liebt das Kreative und Ungewöhnliche. Erzählt den im7ten-LeserInnen am liebsten UnternehmerInnengeschichten, die man beim Einkaufen im Grätzl sonst nicht so schnell erfährt.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.