Wanderbarer_Schanigarten_Beitragsbild_

Posted On 28. September 2018 By In Übers Grätzel With 345 Views

Reif für die Insel! Der Wanderbare Schanigarten erzählt …

Jeder hat Träume!

Menschenkinder haben Berufswünsche wie PiratIn, RaumfahrerIn, Batman, SängerIn oder ähnlich Aufregendes.
Baumulden sind. Punkt. Uns Baumuldenkindern ist der Berufsweg irgendwie recht starr vorgegeben. Schwere Lasten schultern, Schuften bei Wind und Wetter … – das Übliche eben. Aber weißt Du, was innerlich in Dir passiert, wenn jemand an Dich glaubt? Du blühst auf! Und aus einer Baumulde wird plötzlich eine Oase. Klingt wie ein wahrgewordener Traum? Ist es auch.

Wanderbarer Schanigarten AnsichtOne in a million

Ich bin da irgendwie hineingerutscht. Vor einem Jahr war ich noch eine unbedeutende Metallbox unter vielen, aber eines Tages kam ein Anruf. Mein Boss meinte: „Sie machen Dich zur Insel“ und von da an herrschte ein ziemlicher Trubel um mich. Ich hätte jede Make-over-Show im Fernsehen als Überraschungskandidat gewonnen. Von klobig und steif verwandelte ich mich innerhalb weniger Wochen in eine Schönheit mit richtigen Kurven.
Mit Palmen, Blumen und Kräutern dekoriert betrat ich am 4. Juni ein heißes Pflaster und wurde in der Westbahnstraße 6 vor Sehprojekt abgestellt. Das machte Schlagzeilen!

Schani am Heute CoverBaby, ich bin am Cover!

Die Zeitungen schrieben über mich. Eine brachte mich sogar aufs Cover. Der Bezirksvorsteher begrüßte mich herzlich, die UnternehmerInnen bereiteten mir einen schönen Empfang und die Hautevolee des 7. Bezirks gab sich ein Stell-dich-ein mit mir. Ich mach jetzt kein Namedropping oder so, aber es war schon sehr schmeichelhaft, wer sich da so aller an mich rangekuschelt hat.

Ich war so beliebt, dass ich alle zwei Wochen meinen Wohnsitz wechseln musste. Danke an alle, die mir Unterschlupf gaben:
4. Juni – 18. Juni, Sehprojekt, Westbahnstraße 6
19. Juni – 3. Juli, ig fahrrad, Westbahnstraße 28
4. Juli – 18. Juli, Franke Leuchten, Westbahnstraße 5
19. Juli – 3. August, WauWau Pfeffermühlen und Zweitkleid7, Hermanngasse 13/Westbahnstraße 7
3. August – 17. September, Casa Caria, Schottenfeldgasse 48A
17. August – 31. August, Wald & Wiese, Neubaugasse 26
1. September – 16. September, buntwäsche, Kaiserstraße 52
17. September – 30. September, Bezirksvorstehung Neubau, Hermanngasse 24-26
30. September – 7. Oktober, Glashütte Comploj, Westbahnstraße 18

Naja und wie das so ist, wenn man jung und bildhübsch ist und gleichzeitig Charakter zeigt … ich habe so viel erlebt!

Ich bin eine Insel

Ausgeklinkt aus dem Alltag wurden bei mir tiefe Gespräche geführt, ganze Familien haben sich bei mir ausgeruht, es wurde Eis gegessen, Bücher gelesen und abends wurde schon hin und wieder ein gepflegtes Gläschen Wein genossen. Ich erinnere mich nur dunkel daran, aber Beweisstück A waren die leeren Flaschen, die ich am nächsten Morgen meinen Gastgebern mitgab. Die fanden das sehr charmant. Das können wir also gerne wieder machen! Vor allem weil ihr so schön getuschelt habt, dass sich niemand gestört gefühlt hat.

Eine Baumulde in den besten Jahren

Die Lebensdauer eines Wanderbaren Schanigartens wird ja ein bisschen anderes berechnet als Eure Menschenjahre. Für drei Jahre bin ich konzipiert – mein erstes Lebensdrittel habe ich also fast hinter mir. Ich bin in den besten Jahren.
Für meine „Partyjahre“ – also zwei Wochen im August – habe ich mich bei Julian Jug von Wald & Wiese eingenistet. Tagsüber gab es kostenlose Honig-Zitronen-Minz-Limonade für meine Gäste und rund 6 Liter Wasser für meine Pflänzchen. Danke Julian!

Der Schani und seine PflanzenLunches mit Freunden und zu späterer Stunde auch mal ein Gläschen Bee Gin gab es auch hin und wieder.
Zu mir kamen Freunde, zu mir kamen Fremde und manchmal habe ich die Magie des Moments erlebt, dass Menschen als Fremde kamen und als Freunde auseinandergingen.

Besonders schön war auch der Juliabend, an dem ich mit Franke Leuchten „Ausgesteckt & Unplugged“ gechillt, gejammt und gefeiert habe. Soulsängerin Betty Semper sang, Bassist Robert Riegler stimmte spontan ein – ein herrlicher Abend! Das halbe Haus in der Westbahnstraße 5 war auf den Beinen! Dreißig Leute scharrten sich um mich. Sogar die Nachbarin, die seit 1950 in dem Haus wohnt und noch nie im Hof war, folgte der Einladung. So gegen elf Uhr abends kam die Polizei. Zwischen uns, streng vertraulich: Wünscht sich das nicht jeder insgeheim? Einmal im Leben so abfeiern, dass man dafür gerügt werden muss?
Die Beamten waren total nett, ich machte Schluss für den Abend und meine BesucherInnen feierten noch bis drei Uhr in der Früh im Hof jammend, Stanzl singend und Bierchen zwitschernd weiter.

Später sollte man sich in den Gassen erzählen, dass die Polizei eine illegale Party mit 60 Leuten auflösen musste. Hey, never spoil a good story with the truth!

Ich lass mich nicht von jedem abschleppen!

Genau genommen nur von Stadtfein! Die Agentur, die mich unter Vertrag genommen und von einem No-name zu einer lokalen Berühmtheit aufgebaut hat, hat mich alle zwei Wochen von einem netten Team abholen lassen. Dann bin ich mit Sack und Pack übersiedelt – das steckt ja aucFahrradtransporth schon in meinem Namen drin: WANDERBARER Schanigarten.

Einmal, ich war schon am Dösen, da hat mir jemand Ketten an meinen Abschlepphaken angelegt. Ich wollte noch hinterher rufen, aber die Person war schon im Nebel der Nacht verschwunden. Zuerst dachte ich: „Die wollen mich hierbehalten! Die haben mich hier festgemacht, damit ich nicht weggehe.“ Doch am nächsten Morgen stellte ich fest, dass nicht ich festgemacht worden war, sondern dass man mir ein Fahrrad an den Abschlepphaken angekettet hatte. Am Tag meiner Abschleppung!

Während des Umzuges hatte ich ausreichend Zeit zum Nachdenken: „Vielleicht“, grübelte ich, „ist es sowas wie Fanpost?“ Zur Sicherheit habe ich es einfach mitgenommen und wie meinen Augapfel gehütet. Es gibt sogar ein Video, auf dem wir zusammen auf einen Laster verladen werden. So aufregend! Es stellte sich heraus, dass das gar nicht als Geschenk gemeint war. Naja, so war es zumindest eine Schnitzeljagd à la „Hey, dude where’s my bike?“

Bodytattoos, Spiritus und Liebe

An den Menschen, der mich angekritzelt hat: Das sah so blöd aus, dass ich mir das gleich wieder wegmachen habe lassen. Das solltest Du echt bleiben lassen oder noch üben. Legal Graffitisprühen kannst Du an der Wienerwand. Die richtigen Farben dafür bekommst Du bei Bilderbox, Kirchengasse 40, 1070 Wien, oder dem Color Store, Burggasse 98, 1070 Wien.
Mein „Tattoo“ entfernt haben übrigens die Produkte von 100%Farbe: Spiritus und Liebe! Falls Du das auch mal brauchst: 100%Farbe, Kaiserstraße 47, 1070 Wien.

GraffittiFamous last words – für den Moment

Ich möchte mich bei meinen Fans für die respektvolle Behandlung und die positiven Rückmeldungen bedanken. Manche von Euch haben bereits nach mir gefragt – ich vermisse Euch auch schon! Bis 30. September bin ich noch vor der Bezirksvorstehung Neubau, Hermanngasse 24-26, danach bis 7. Oktober vor Glashütte Comploj, Westbahnstraße 18, kommt doch nochmal vorbei. Anschließend bin ich reif für die Insel!

Zum Schluss habe ich noch gute Nachrichten für Euch: ICH KOMME NÄCHSTEN SOMMER WIEDER ZU EUCH. Den Menschen aus dem 7. Bezirk! Zu denen, die an mich geglaubt und mich und meine Pflänzchen groß gemacht haben.

Hier kannst du den ersten Beitrag über mich lesen 🙂

Tags : , , , , ,

... legt Wert auf treffende, bedeutungsschwere Worte. Hat dafür sogar eine Waagschale. Liebt das Kreative und Ungewöhnliche. Erzählt den im7ten-LeserInnen am liebsten UnternehmerInnengeschichten, die man beim Einkaufen im Grätzl sonst nicht so schnell erfährt.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.