Tagebuch Franz Blaas erzählt aus der Westbahnstraße, Neubau, Wien

Posted On 23. Juli 2015 By In Anno dazumal With 1978 Views

Franz Blaas – A Sign for the City.

Eigentlich ist Franz Blaas kein Konzeptkünstler und somit auch eher abgeneigt Dingen oder Kunstwerken einem Konzept zu unterlegen. Trotzdem ist das Notizbüchlein, welches gerade neben mir auf dem Schreibtisch liegt, einem Konzept unterlegen. Dem Konzept, jeden Tag etwas hinein zu schreiben, jeden Tag subjektiv wahrgenommene Ereignisse auf Papier zu bringen. Um dann kurze Nachrichten des Weltgeschehens beizufügen. Ganz unten. Doch den größten Teil bestimmen das Wohnumfeld und die Umgebung. Die Westbahnstraße, um genau zu sein, ist der Mittelpunkt der Aufmerksamkeit.
Das Jahr 2013 im Kleinen. Eingebettet in das Weltgeschehen. Und er, Franz Blaas, ist mitten drinnen, in dieser Welt. Als geheimer Bürgermeister der Westbahnstraße einst vorgestellt, ist er noch immer derjenige, der sich auskennt; die Leute und die Gegend. Bereits vor vielen Jahren hat er sich hier angesiedelt und das Grätzel rund um die Westbahnstraße zu seinem Lebensmittelpunkt erkoren.

Und dann bekam er dieses Notizbüchlein  in die Hände; welches eigentlich auch als Kalender tituliert werden könnte.

Sabine Bitter und Helmut Weber teilten sich einst mit Franz Blaas ein Atelier in der Zieglergasse, wanderten nach Vancouver aus und stellten dort das Notizbuch A Sign fort the City zusammen. Ein Kalender, welcher jedoch über genügend Platz, sowie auch Informationen über die aktuelle Heimatstadt Vancouver bereit hielt. Bei einem ihrer Vorträge an der TU Wien war auch Franz Blaas anwesend und griff sich eines der aufliegenden Büchlein. Und so begannen seine täglichen Aufzeichnungen über die Westbahnstraße.

Wann immer er in seinem Wohnumfeld war, schrieb er seine Eindrücke auf, war er jedoch verreist, blieben auch die Seiten des Büchleins leer.

Nun, mehr als zwei Jahre später, wurden seine handgeschriebenen Impressionen abgetippt und digitalisiert. Der Wortlaut, die Orthographie, sowie die Interpunktion wurden beibehalten.
Doch trotz des peniblen Übertragens, ist das wohl essentiellste abhanden gekommen: das Schriftbild. Welches einem solchem tagebuchähnlichen Text erst Charme und Tiefe verleiht, doch dies lässt sich leider nicht vervielfältigen.
Das Schriftbild bleibt einmalig, doch auch der Text gibt viel Preis; von dem Bild und dem Wesen des Büchleins.

Und für alle, welche ein ähnliches Projekt starten wollen; der wohl sinnlichste Weg Sprache zu verschriftlichen ist der direkte Weg vom Hirn zur Hand. Nur dieser Weg bereitet keine Ablenkungsmanöver oder etwaige Hindernisse!

Doch nun viel Spaß bei den täglichen Rückblicken auf das Jahr 2013!

Am 25.7. ging´s los und wir veröffentlichen täglich die Auszüge aus diesem Tagebuch.

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miriam.tsekas@gmx.net'

Die Germanistikstudentin liebt die Natur sowie die Kultur gleichermaßen. Ihr Bestreben, in der Kultur schöpferisch Fuß zu fassen und für eine breite Allgemeinheit tätig zu werden, hat sie in der Recherche am Volkstheater bereits verwirklicht. Was die Natur anbelangt, geht ihr aber weiterhin nichts über einen regennassen Sommertag oder schneebedeckte Berge. Derart minimalistisch und existenziell kann das Schreiben also sein und wer sich davon selbst ein besseres Bild machen möchte, liest am besten gleich auf www.im7ten.com nach ☺

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