Rendering Zieglergasse

Posted On 13. Mai 2019 By In Architektur, Übers Grätzel With 104 Views

Umbau in der Zieglergasse

Der 7. Bezirk ist ein heißes Pflaster. Das soll sich aber ändern: Die Neugestaltung der Zieglergasse verspricht, eine frische Brise am Neubau zu bringen.

Wem hier ist heiß?

Dicht bebaut liegt der 7. Bezirk mitten in Wien, eingekesselt von stark befahrenen Straßen und hitzespeichernden Bauten, selten von Grünflächen durchbrochen. Diese Hitze belastet – natürlich inbesondere in den Sommermonaten – und wird wissenschaftlichen Berechnungen zufolge bis Ende des Jahrhunderts mit 50 bis 55 extremen Hitzetagen eher zu- als abnehmen.

Green up & cool down

Einen Gegenpol zur Hitzebelastung schaffen Grünflächen. Da das baulich im Stadtgebiet schwer umzusetzen ist, rief die Bezirksvorstehung bereits im Vorjahr zu privaten Initiativen zur Fassadenbegrünung auf. im7ten hat berichtet: Begrünt die Fassaden!
Vertikal zu begrünen ist an vielen Stellen im Bezirk möglich und hat starken Effekt: Eine begrünte Fläche senkt die Temperatur in ihrer unmittelbaren Umgebung tagsüber um ein paar Grad Celsius. In der Nacht ist der Kühleffekt sogar noch stärker spürbar und ermöglicht guten Schlaf auch an warmen Sommertagen.

Bereits zum Zeitpunkt der Fassadenbegrünungsinitiative war bekannt: Da ist ein weiteres Projekt im Busch! Zwölf Monate später ist es raus: Die Zieglergasse wird zur neuen Grünoase am Neubau.

Die Zieglergasse wird umgebaut

Die Zieglergasse quert den 7. Bezirk von Nord nach Süd und bekommt auf einer Länge von rund einem Kilometer ein neues Grünkleid verpasst.

Zwei Dutzend Bäume für 24 Shades of green, Wasserentnahmestellen an bestehenden Hydranten, die helle Pflasterung der Straße, vier Kühlbögen und fünf Pergolen mit Sitzgelegenheiten werden Cool-down-areas. Darüber hinaus dienen vorgezogene Gehsteige, die Entfernung der Ampel am Kreuzungsplateau Zieglergasse/Westbahnstraße und eine Fahrbahnanhebung der Verkehrsberuhigung und erhöhen damit laut einer Prüfung der Maßnahmen im Vorfeld die Verkehrssicherheit.

„Wir beginnen jetzt und hier mit unserem Pilotprojekt Kühle Meile Zieglergasse. Zumindest das können wir heute für die nächste Generation tun“, ist der Neubauer Bezirksvorsteher, Markus Reiter, überzeugt.

Voll entfalten soll sich die positive Wirkung des bevorstehenden Umbaus in den kommenden drei bis fünf Jahren. Stichwort: Kleine Pflanze, kleine Wirkung – große Pflanze, große Wirkung.

 

Umbau der Zieglergasse: Was entsteht hier?

Umbau der Zieglergasse – so grün wird die Kühle Meile, © zoomvp.at

Die 1. klimaangepasste Straße Wiens

Im Vordergrund der Umbaumaßnahmen steht das Wohlbefinden von Mensch und Tier in der Großstadt. Das Projekt Kühle Meile Zieglergasse ist das erste seiner Art in ganz Wien.

„Unsere aktuell größte Herausforderung für eine lebenswerte und sozial gerechte Stadt ist die Anpassung an den Klimawandel. Gerade die inneren Bezirke Wiens wie der 7. Bezirk mit wenigen Grünflächen sind besonders betroffen. Studien prognostizierten für diese Gebiete bis Ende des Jahrhunderts mit 50 bis 55 extremen Hitzetagen pro Jahr – mit massiven Folgen für die Gesundheit. Mit dem Pilotprojekt „Kühle Meile Zieglergasse“ in Neubau wollen wir durch effektive Umbaumaßnahmen der Überhitzung gezielt entgegenwirken“, betont die designierte Vizebürgermeisterin Birgit Hebein.

Der Umbau ist für den Zeitraum August bis Dezember 2019 geplant.

Bis zur Fertigstellung treiben wir uns in den Parks des 7. Bezirks herum, genießen den gerade wieder frisch eingezogenen Wanderbaren Schanigarten und denken über private Fassadenbegrünungsprojekte nach.

Fakten zum Umbau in der Zieglergasse

  • Die Zieglergasse wird zwischen August und Dezember 2019 umgebaut.
  • Ziel ist die Lebensraumverbesserung für Mensch und Tier in der Großstadt.
  • Besondere Aufmerksamkeit wird folgenden Abschnitten geschenkt: der Volksschule auf Höhe der Zieglergasse 21, dem Häuserrücksprung auf Höhe der Hausnummern 34/34A, dem Kreuzungsplateau mit der Westbahnstraße und dem Bereich zwischen Badhausgasse und Lerchenfelder Straße.
  • An diesen Stellen kommen zusätzliche Gehsteigerweiterungen, sogenannte Sitz-Schatten-Module, neue Grünflächen, Kühlbögen und zusätzliche Trinkwasseraufsätze bei den bestehenden Hydranten.
  • 150 Fahrradabstellplätze, die auf dem gesamten Abschnitt verteilt sein werden
  • Geschwindigkeitsreduzierende Maßnahmen (Entfernung der Ampel Zieglergasse/Westbahnstraße, Fahrbahnanhebung, Gehsteigvorziehungen für verbesserte Sicht) erhöhen die Verkehrssicherheit.
  • Kostenpunkt: rund 2,4 Millionen Euro – ca. 1,8 Millionen kommen aus dem Zentralbudget der Stadt Wien, 100.000 Euro werden von der Geschäftsgruppe Umwelt und Wiener Stadtwerke getragen. Die verbleibenden Kosten trägt der 7. Bezirk.

Copyright Titelbild: (c)2019 ZOOMVP_MA19

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... legt Wert auf treffende, bedeutungsschwere Worte. Hat dafür sogar eine Waagschale. Liebt das Kreative und Ungewöhnliche. Erzählt den im7ten-LeserInnen am liebsten UnternehmerInnengeschichten, die man beim Einkaufen im Grätzl sonst nicht so schnell erfährt.

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