Tagebuch aus der Westbahnstraße

Posted On 11. Januar 2016 By In Anno dazumal With 1346 Views

KW 01/02 – Tagebuch Franz Blaas

Die Westbahnstraße aus der Froschperspektive.

Und das Weltgeschehen.

Ein Tagebuchformat.

 


17.Jänner: 20cm. Neuschnee, alles wie verpackt in weißes Styropor.
727 Boeings dürfen nicht mehr starten, dreamliner?

16.Jänner: Gatsch, kleine Dachlawinen, der Bettler und diese Frau, die immer beide vorm Billa stehen, zittern. Kälte.
Geiseln in Algerien, genommen von Al Kaida?

15. Jänner: Zuviel Salz auf der Westbahnstraße gestreut, es riecht wie in der Straßenbahn.
Zugunglück in Ägypten, Pakistanischer Staatschef wegen Korruption, Mali im Krieg – Franzosen bald auch, UNO gegen Islamisten.

14.Jänner: Schnee in der Westbahnstraße, Autos viel leiser.
Smog in Peking, über 300x Werte, des hier erlaubten überschritten.

13.Jänner: War offen, das Kaffeehaus bei der Kirche.
wieder Vergewaltigung einer Frau in Italien, Tschechische Präsidentenwahl.

12.Jänner: S. – ein, in Winterkleidung, vermummter Man, der mich des Öfteren grüßt, aber ich weiß nicht wer.
Grippewelle in USA, Hitzewelle in Australien, Krieg in Mali.

11.Jänner: In der Westbahnstraße tut sich zu wenig, ich kann dieses Konzept vergessen. Auto hat K. vor der Haustüre abstellen können. Na, getroffen: A, P.+I., H.+I., M.,S.
Anschlag in Pakistan, Erdbeben in China.

10.Jänner: Garip, Zypresse, hat bald keine Gäste mehr. Im Podium daneben und im Bamboo fast voll.
Eis auf Mars, 3 Kurdinnen in Paris erschossen, mit Schalldämpfern.

9.Jänner: Mit meinem Volvo 440 wieder auf dem gleichen Parkplatz gefahren, wo er vorher stand. Sonne heute.
Malische Armeestoppt Vormarsch der Islamisten. Gewalt in Belfast. Chavez kann Präsidenten Eid nicht leisten.

8. Jänner 2013: Schneeregen, dennoch viele Leute auf dem gesalzenen Gehsteig unterwegs.
Wegen Chavez Krebs, Demos für Neuwahlen.

7. Jänner 2013: Ein Mann, dem sein Tumorbauch nackt aus dem Mantel herausragte, stand an der Straßenbahnhaltestelle. Schneeregen.

6. Jänner 2013: Donnerregen, fast niemand am Dreikönigstag draußen. Slalom + Skispringen; M. die Westbahnstraße bis zur Kirche mit Cassis begleitet.
Syrien; Rede von Bashar im Opernhaus von Damaskus.

5. Jänner 2013: Billa-Einkauf, wie Aprilwetter, Dächer glänzen, Autos auch sauber.
Proteste gegen Vergewaltigungen von Frauen in Indien.

4. Jänner 2013: S. B. bei der Trafik zufällig getroffen, H. und I. vom Atelierfenster aus gesehen, sind wieder in Wien. Waren (K.,M.,R.,L.,K.,I., und ich) noch nach Mitternacht bei Garip= Zypresse.
Buschbrände auf Tasmanien.


Franz Blaas verfolgte ein Jahr lang das Geschehen auf der Westbahnstraße und das der großen, weiten Welt. Seine Eindrücke des Jahres 2013 werden nun hier veröffentlicht. Wie es dazu kam, lest ihr hier: https://www.im7ten.com/franz-blaas-a-sign-for-the-city/

Texterklärung zum Tagebuch: Wien – Schriftfarbe grau, Weltgeschehen – Schriftfarbe lila

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Pfeffern mit Maß und Stil, das kann der verwöhnte Misanthrop so richtig gut. Seine Offenheit ist mit einer Brise Ungläubigkeit untermalt, hartnäckig und fast schon ein wenig ungeduldig kann er zuweilen agieren. Und wenn es ums Schreiben geht, da liegt bei ihm in der Kürze eindeutig die Würze. Seine Artikel kommen nämlich aus der Hüfte geschossen daher, bemüht und manchmal auch zerstreut. Aber keine Sorge: Hunde die bellen beißen nicht, was das erlesene, illustre Klientel seiner Beiträge auf www.im7ten.com bezeugen kann ☺

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