Beitragsbild Demografie

Posted On 12. August 2016 By In Übers Grätzel With 3040 Views

Zahlen bitte – Die Demografie des siebten Bezirks

Neubau gilt als Anziehungspunkt für junge Kreative, als moderat und offen. Manch einer spricht gar leicht belustigt von der Heimat der Bobos, der oberen Mittelschicht. Doch wer wohnt tatsächlich im siebten Bezirk? Im Jahr 2015 waren das immerhin 31 291 Menschen, das entspricht etwas weniger als zwei Prozent der Wiener Gesamtbevölkerung. Neubau passt mit einer Fläche von 160,8 ha ungefähr 258 mal in die österreichische Hauptstadt und ist somit nach Josefstadt und Mariahilf der kleinste Bezirk Wiens. Raum ist also ein knappes Gut und will sinnvoll genutzt werden. 72,7 Prozent des Siebten sind verbaut, weitere 25,1 Prozent gelten als Verkehrszone, der „üppige“ Rest ist Grünfläche. Zum Vergleich: Donaustadt, der größte Wiener Gemeindebezirk, ist nur zu 26,8 Prozent mit Häusern belegt.

Geschlecht, Alter und Wanderung

Die Demografie einer Gesellschaft beeinflusst ihr kulturelles, wirtschaftliches und politisches Handeln. Die österreichische Bevölkerung kommt in die Jahre, das Verhältnis von Jung zu Alt ist ungleich, ein Phänomen, das problematische Auswirkungen haben könnte. So neigen alternde Gesellschaften zu weniger Risikobereitschaft, was sich wiederum lähmend auf die wirtschaftliche Entwicklung auswirken kann. Ein weitaus aktuelleres Thema ist die Pensionsfrage. Das System gerät an seine Grenzen, sobald der pensionierte Teil größer ist als der erwerbstätige Teil der Bevölkerung. Der durchschnittliche Bewohner des siebten Bezirks ist 41 Jahre alt. Die Verteilung nach Geschlecht ist relativ ausgewogen. In Neubau leben mehr Über-65-Jährige als Unter-15-Jährige, allerdings liegt der Anteil von Menschen im Alter von 20 bis 39 Jahren mit 38,3 Prozent über dem Wiener Durchschnitt. Ein Trend, der allerdings hauptsächlich durch Zuwanderung entsteht, so wuchs die Zahl der Bewohner Neubaus durch Zuzüge alleine im Jahr 2014 um 579 Personen. Die Geburtenbilanz, die Differenz zwischen Geburten und Toden in einem spezifischen Zeitraum, machte hingegen nur 43 aus. Wie kann man einer alternden Gesellschaft trotz konstant niedriger Fertilitätsrate entgegenwirken? So manch einer wird sein blaues Wunder erleben: Die Antwort ist Migration. Durch Zuwanderung aus dem Ausland ist es möglich, das Verhältnis zwischen Jung und Alt in den grünen Bereich zu bringen. Das funktioniert im Siebten schon ganz gut, immerhin hat jeder vierte Bewohner Wurzeln im Ausland.

Demografie Neubau Flache und Altersverteilung

Unternehmen und Einkommen

Auf jeden Arbeitslosen kommen 14,7 Erwerbstätige, auch hier ist das Geschlechterverhältnis ziemlich ausgewogen. Die Beschäftigtenquote ist somit höher als bei der allgemeinen Betrachtung Wiens. Im Jahr 2012 beherbergte Neubau 3 334 Unternehmen, diese Zahl dürfte mittlerweile weiter gestiegen sein, aktuellere Angaben sind leider nicht vorhanden.  So angenehm anders der siebte Bezirk auch ist, die Einkommensschere klafft auch hier weit auseinander. 2013 verdiente der männliche Bürger Neubaus durchschnittlich 26 839 Euro, die weibliche Bewohnerin hingegen nur 19 986 Euro. Es handelt sich wohlgemerkt um das durchschnittliche Nettoeinkommen aller im Siebten wohnhaften unselbstständig Beschäftigten.

Infrastruktur und Tourismus

 19 581 Meter Neubauer Gemeindestraße stehen 10 570 Metern Radweg gegenüber. Nur jeder dritte Bewohner des siebten Bezirks besitzt einen Pkw, durchaus nachvollziehbar, denn die Auswahl an öffentlichen Verkehrsmitteln ist groß. Im Jahr 2014 gab es 163 Unfälle, die glücklicherweise mehr oder minder harmlose Folgen hatten. In Neubau stehen 3 962 Betten. Falls Sie nun überlegen, wie da über 31 000 Menschen reinpassen, seien Sie beruhigt, es handelt sich um Schlafstätten in Hotels und Pensionen. 2014 beherbergte der siebte Bezirk 391 679 Gäste, deren Aufenthalt durchschnittlich 2,2 Tage dauerte. All jenen, deren Wissensdurst nun noch nicht gestillt ist, empfehlen wir einen Blick auf die statistischen Bezirksdaten der Stadt Wien.

Grafik: Statistik Austria | MA 23 | MA 41

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Entdecken. Schreiben. Fotografieren. Daniel ist sowohl kreativ als auch ambitioniert und angelt sich gerne die abenteuerlichen im7ten-Stories bei den Redaktionssitzungen, die er mit immer neuen Ideen bereichert. Sein Steckenpferd: ästhetische Bilder von Alltagssituationen.

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