Posted On 7. Mai 2015 By In Geheimtipp With 1303 Views

Nebst dem Song Contest baumelt die Seele.

Sogar die Sekunden werden heruntergezählt. Wann ist er endlich wieder vorbei, der Song Contest?

Dieses Jahr gibt es kein Entkommen. Auch alle Versuche, sich dem übergroßen Spektakel Song Contest zu entziehen, versagen kläglich, sobald man sich in die große Weltstadt Wien – zu welcher diese seit Conchita’s Sieg vor einem Jahr zu mutieren scheint – hinaus traut. Straßenbahnen, Busse, Taxis; alle nur erdenklichen freien Flächen werden beklebt und noch viel schlimmer, alle scheinen sich auf dieses Event zu freuen; oder machen mit bei der Rund-um-Show – Wir sind Song Contest.
Ich zumindest möchte nicht andauernd hineingezogen werden, in den Sog des Song Contests.

Doch zum Glück gibt es noch ein paar Orte, an die der Song Contest noch nicht vordringen konnte.
Und diese sind – welch’ Ironie – in nicht einmal 10 Minuten von der Stadthalle aus zu erreichen. Und das zu Fuß!
Für alle, die trotz der Vorfreude und dem Mitfiebern auf das Spektakel einmal abschalten, sich treiben lassen wollen, kann dieses Grätzel nicht optimaler liegen. Wenn man die Straßenbahn links liegen und den Blick ein bisschen schweifen lässt, dann stechen nämlich am Weg Richtung Eurovision Village auf dem Rathausplatz bald ein paar Wiener Zuckerln abseits des Song Contests hervor.

Nun denn, so gut. Den Urban Loritz Platz überquert, befindet ihr euch auch schon auf der Westbahnstraße.
Wer genau hinsieht, bemerkt wohl gleich den Waschsalon an der Ecke der Hausnummer 60. Hier wird nicht nur Wäsche gewaschen sondern auch jeden ersten Montag im Monat ein Konzert gegeben. Anna F. war schon das ein oder andere Mal die Musikerin, welche hier für Stimmung sorgte.

Die Westbahnstraße weiter ziehend, sich das wohl weltbeste Butter Croissant vom Felzl gönnend, springt alsbald ein Schild mit der Inschrift WestLicht ins Auge. Galerie und Schauplatz für Fotographie, derzeit in High Fashion von Edward Streichen! Seine Bilder für die Zeitschrift VOGUE zählen zu den Ikonen der Modefotographie des 20. Jahrhunderts und sind zum ersten Mal in Österreich zu sehen. Hinschauen lohnt sich!

Wieder draußen auf der Straße, doch die Gedanken noch bei den Bildern? Dann nehmt euch Zeit und lasst die Fotographien in euch weiter wirken; und wobei sollte sich das besser vereinen lassen, als bei einem guten Kaffee und eventuell ein paar kleinen Köstlichkeiten. Links eingebogen in die Zieglergasse laden bunte Tische und Sessel unter Olivenbäumen ein, zu verweilen, und die Sonne zu genießen. Toma tu tiempo!

Gestärkt und ausgeruht kann es weitergehen. Die Zieglergasse entlang und schon seid ihr bei der kleine Boutique DIBA se DIVA angelangt. Hier werden liebevoll präzise gefertigte Kleinserien und Unikate im Bereich der Damenbekleidung und Accessoires, alles Made in Vienna, zur Schau gestellt und zum Kauf angeboten.

Nun ist die Geldbörse eventuell ein wenig leichter und die Sehnsucht nach Natur groß.
Weit ist der Weg nicht; nach ein, zwei Ecken seht ihr ihn schon: den Josef Strauß Park, welcher nicht nur zum Innehalten und den Blüten beim Blühen Zusehen einlädt. Hier findet ihr auch ein Street-Art Projekt, welches euch gefallen könnte: ein verliebtes Paar, welches von der Häuserwand herunter lächelt – mitlächeln ist erwünscht!

Doch wenn die Sonne langsam schwächer wird, der Abend sich ankündigt und der Magen sich meldet, dann lasst euch ein: auf ein Stück vom Rind. Ob als Faschiertes im Burger versteckt, oder als Ganzes am Teller. Beim Flatschers lässt es sich der Fleischeslust frönen. Nicht nur geschmackvoll, sondern mit voller Wonne! Eines der besten Steak- und Burgerlokale, die Wien zu bieten hat, und es befindet sich sogar gleich gegenüber des Parks.

Zum Schluss ein heißer Tipp: Vom 21. Mai – 29. Mai findet auch der Kunstfrischmarkt in diesem Grätzel statt! Hierbei stellen junge KünstlerInnen ihre Kunst in verschiedenen Geschäften aus.
Eröffnung ist am 21. Mai um 13 Uhr im Amtshaus Neubau. Vorbeikommen lohnt sich; auch in den Geschäftslokalen!

Fazit: Viel gibt es zu sehen und noch mehr zu erleben, abseits des Song Contest-Trubels.
Doch wer sich treiben lässt, durch die vielen, schönen Gassen wandert, findet mit Sicherheit noch viel mehr interessante Gelegenheiten, die zum Rasten und Stehenbleiben einladen.

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miriam.tsekas@gmx.net'

Die Germanistikstudentin liebt die Natur sowie die Kultur gleichermaßen. Ihr Bestreben, in der Kultur schöpferisch Fuß zu fassen und für eine breite Allgemeinheit tätig zu werden, hat sie in der Recherche am Volkstheater bereits verwirklicht. Was die Natur anbelangt, geht ihr aber weiterhin nichts über einen regennassen Sommertag oder schneebedeckte Berge. Derart minimalistisch und existenziell kann das Schreiben also sein und wer sich davon selbst ein besseres Bild machen möchte, liest am besten gleich auf www.im7ten.com nach ☺

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