Die Kirchengasse – bergauf und bergab ein Vergnügen

Die Kirchengasse im 7. Bezirk liegt mitten im Siebensternviertel

In der Rubrik Spazieren am Neubau haben wir euch schon auf viele virtuelle Touren durch den 7. Bezirk genommen. Diesmal spazieren wir durchs Siebensternviertel – genauer gesagt durch die Kirchengasse – erzählen euch, woher sie den Namen hat, an welchen Fassaden ihr nach oben blicken und in welche Shops und Lokale ihr hineinschauen solltet.

Wien hat zwei Kirchengassen

Eröffnen wir diesen Beitrag doch mal mit einem eher gewöhnlichen Knaller: In Wien gibt es zwei Kirchengassen. Bumm. Das gibt es tatsächlich nicht (mehr) sehr oft.
Als Wien noch klein und Vorstädte noch nicht eingemeindet waren, gab es selbstverständlich zahlreiche Straßen bzw. Gassen mit gleichlautendem Namen. Schließlich konnten die einzelnen Orte und Vorstädte ihre Straßennamen unabhängig voneinander vergeben. Dass gerade typische dörfliche Funktionsnamen wie Badgasse, Gartengasse, Feldgasse oder Friedhofstraße mehrfach vorkamen, ist also alles andere als verwunderlich. Die Doppelbenennungen wurden im Zuge der Eingemeindung der Vorstädte bereinigt – weitgehend; denn wie die Koexistenz der Kirchengasse am Neubau (7. Bezirk) und der Kirchengasse in Favoriten (10. Bezirk) beweist, können auch noch im Wien des 21. Jahrhunderts zwei Straßen denselben Namen tragen.

Die Mariahilfer Kirche auf der Mariahilfer Straße von der Kirchengasse im 7. Bezirk aus. Foto: © Veronika Fischer
Die Mariahilfer Kirche auf der Mariahilfer Straße von der Kirchengasse im 7. Bezirk aus. Foto: © Veronika Fischer

Gut zu wissen

Im Historischen Lexikon von Felix Czeike gibt es zum Schlagwort „Kirchengasse“ über „Kirchenplatz“ bis hin zu „Kirchenweg sage und schreibe 63 Einträge (Band 3, S. 515f) – so ziemlich jede Vorstadt, die etwas auf sich hielt, konnte mit einer Kirchengasse aufwarten. Heute kennen wir sie unter Kutschkergasse (seit 1894, 18. Bezirk), Barnabitengasse (seit 1862, 6. Bezirk), St.-Veit-Gasse (seit 1894, 13. Bezirk) oder Reindorfgasse (seit 1894, 15. Bezirk).

Während die vergleichsweise kurze Kirchengasse in Favoriten nach der Oberlaaer Kirche benannt ist, trägt die Kirchengasse am Neubau ihren Namen wegen der Mariahilfer Kirche, auf die sie am südlichen Ende stößt.
Ortskundigen Leser*innen wird die Tatsache, dass das namensgebende Bauwerk im angrenzenden 6. und gar nicht im 7. Bezirk steht, hoffentlich ein Schmunzeln entlockt haben – Wien-Geschichte und Stadtentwicklung sind einfach wunderbare Themen.

Die Kirchengasse in 1070 Wien

„Unsere“ Kirchengasse – die, um die es hier auf im7ten.com, dem Grätzlblog für den 7. Bezirk, geht – wurde 1862 von „Große Kirchengasse“ in „Kirchengasse“ umbenannt. Im Zuge der Umbenennung erfolgte auch die Verlängerung um zwei Gassen, die bis dahin unter „Luftschützgasse“ und „Drei-Hüte-Gasse“ bekannt waren. Sie verschmolzen mit der heutigen Kirchengasse. Die Große Kirchengasse reichte nämlich nur bis zum „Holzplatzel“ – dem heutigen Siebensternplatz (mehr dazu im Beitrag Das Siebensternviertel entdecken) und wurde damals bis hinunter zur Kreuzung mit der Burggasse und noch weiter bis zur Kreuzung mit der Neustiftgasse verlängert, wo die Kirchengasse in den Augustinplatz mündet.
Anmerkung der Redaktion: Logischer wäre der Name „Jetzt noch größere Kirchengasse“ gewesen.

Der Siebensternplatz als Ausgangspunkt

Nun ist es in der Regel so, dass man eine Gasse von der niedrigsten zur höchsten Hausnummer durchgeht – wir werden mit dieser Tradition heute auch nicht brechen – es sei aber angemerkt, dass der Siebensternplatz, der etwa in der Mitte der Kirchengasse liegt, in der Praxis eher als Ausgangspunkt zu sehen ist. Hier kommt man mit dem 49er vom Volkstheater im Osten oder der Hauptbibliothek am Urban-Loritz-Platz im Westen des Bezirks an, und entscheidet – je nach Lust und Laune oder vom anstehenden Besorgungsweg geleitet –, ob es nach Süden, in Richtung Mariahilfer Kirche, oder nach Norden, Richtung Augustinplatz geht.

Blick auf den Siebensternplatz im Frühling.
Der Siebensternplatz in voller Blüte. Foto: © Veronika Fischer

Der Siebensternplatz war und ist ein charmanter Fleck mit Dorfplatzcharakter, von dem aus man in alle Himmelsrichtungen streben, seine Besorgungen erledigen und auch wieder hierher zurückkehren kann. Viele Alltags-To-dos lassen sich hervorragend in der Kirchengasse abhaken, denn hier sind zahlreiche Shops und Lokale angesiedelt – und genau die sehen wir uns näher an.

Die Kirchengasse hat viele Häuser mit Häusernamen

Beim Studium von Felix Czeikes Historischem Lexikon fällt auf, dass in der Kirchengasse besonders viele Häuser Hausnamen trugen. Nicht alle lassen sich bis heute zweifelsfrei erkennen, aber einige sind sehr wohl geblieben. Man muss nur genau schauen: Erhalten sind der Löwen-Hof (Kirchengasse 19, Namensgebung ist in der Mondscheingasse 3 ersichtlich), der Ludovica-Hof (Kirchengasse 30, Namensschild über dem Portal in der Siebensterngasse 29), das Haus Zum grünen Luftschützen (mit einer Jägerfigur an der Fassade Kirchengasse Ecke Burggasse) und der Stefaniehof (Kirchengasse 43, Schriftzug über dem Hauseingang).

Der Stefanie-Hof in der Kirchengasse 43, 1070 Wien, Foto: © Veronika Fischer
Der Stefanie-Hof in der Kirchengasse 43, 1070 Wien, Foto: © Veronika Fischer

Von Süden nach Norden durch die Kirchengasse

Hausnummern wird man an den beiden Eckhäusern in der Kirchengasse Ecke Mariahilfer Straße nur schwer finden, da es sich um wuchtige Kaufhäuser handelt. Doch wie man weiß, befinden sich die ungeraden Hausnummern auf der linken, die geraden auf der rechten Straßenseite und so kann man an der gedachten Hausnummer 1 den Blick nach oben schwenken, wo man an der Fassade im 1. Stock die von Bildhauer Josef Franz Riedl gestalteten Frauenfiguren erblickt.

Bildhauer Josef Franz Riedl gestaltete die Frauenfiguren auf der Fassade des Eckhauses Mariahilfer Straße/Kirchengasse. Foto: © Veronika Fischer
Bildhauer Josef Franz Riedl gestaltete die Frauenfiguren auf der Fassade des Eckhauses Mariahilfer Straße/Kirchengasse. Foto: © Veronika Fischer

Größtes Kaufhaus der Monarchie

Auf der gegenüberliegenden Straßenseite, Kirchengasse 2–4, erhebt sich seit 1879 das Kaufhaus Gerngross. Zunächst als Stoffgeschäft gegründet weiteten die Brüder Alfred Abraham und Hugo Gerngroß das Geschäft sukzessive aus und entwickelten es zum größten Kaufhaus der Habsburgermonarchie. Nach dem Anschluss 1938 wurde die jüdische Inhaberfamilie zur Flucht vor dem Nationalsozialistischen Regime gezwungen und das Haus arisiert. 1947 kehrte Paul Gerngroß – einer der drei Söhne von Alfred Gerngroß – zurück und übernahm im Zuge eines Restitutionsverfahrens wieder die Geschäftsführung. Ein Großbrand zerstörte das Gebäude 1979 fast vollständig, doch nur ein Jahr später wurde bereits der Neubau eröffnet. Heute präsentiert sich Gerngross nach einem Umbau 2010 als modernes Einkaufszentrum mit 30.000 m² Verkaufsfläche auf sieben Ebenen.

Die markante Fassade des größten Kaufhauses der Monarchie. © Veronika Fischer
Die markante Fassade des größten Kaufhauses der Monarchie – Gerngross. © Veronika Fischer

ulliKo

Im eleganten Wohnhaus mit der Adresse Kirchengasse 7 ist das Modelabel ulliKo in einem der erdgeschosslagigen Geschäftslokale zuhause. Hinter dem 2005 gegründeten Label steht Designerin Ulrike Kogelmüller. Schon vor zwanzig Jahren, als die kleine Fair-Fashion- und Boutiqueszene gerade am Entstehen war, wusste sie, dass ihr Label im siebten Bezirk gut aufgehoben sein würde – und ist bis heute mittendrin geblieben. Der Siebte ist insgesamt ein heißer Tipp für in Wien designte und gefertigte hochwertige Mode von lokalen Labels, doch das Siebensternviertel, in dem sich die Kirchengasse befindet, ist, was die Modeszene betrifft, wirklich nochmal eine Klasse für sich!
Bei ulliKo entstehen zwei Kollektionen pro Jahr. Sie werden in Wien entworfen, fair produziert und verkauft. Die Kundinnen sind Frauen, die Wert auf Qualität, Individualität und Komfort legen. Geometrische Formen, reduzierte Farben, Schnitte mit Charakter und angenehme Stoffe in Schwarz, Weiß und Rot haben den Wiedererkennungsfaktor von ulliKo geprägt.

Das 2005 gegründete Modelabel ulliKo ist in der Kirchengasse 7, 1070 Wien, zuhause. Foto: Katharina Gossow
Das 2005 gegründete Modelabel ulliKo ist in der Kirchengasse 7, 1070 Wien, zuhause. Foto: Katharina Gossow

De Montis

Unweit von ulliKo kreuzt die Kirchengasse die Lindengasse. Ihr haben wir auf im7ten schon einen vergleichbaren Spaziergang gewidmet. Nachzulesen unter 20+ Tipps und Fakten aus der Lindengasse. Darin kommt auch das auf Wohnaccessoires spezialisierte Geschäft De Montis vor. Es darf aber auch an dieser Stelle nicht fehlen! Denn selbst wenn die offizielle Geschäftsanschrift Lindengasse 16 ist, handelt es sich eben um das markant terrakottafarben gestrichene Haus am Eck zur Kirchengasse. Der „De Montis“-Schriftzug schaut sogar in die heute von uns durchflanierte Kirchengasse hinein.
Im lichtdurchfluteten Farbparadies von Astrid und Fabrizio De Montis findet man ausgefallene Wohnaccessoires für den schön gedeckten Tisch. Außerdem gibt es bunte Geschenkartikel für Tisch und Küche, Papeterie und Outdoormöbel in einer Farbintensität, die Hunger macht. Vor allem Hunger aufs Leben.

In der Lindengasse Ecke Kirchengasse ist De Montis zuhause. Hier gibt es traumhafte Wohnaccessoires für den schön gedeckten Tisch. Foto: © Veronika Fischer
In der Lindengasse Ecke Kirchengasse ist De Montis zuhause. Hier gibt es traumhafte Wohnaccessoires für den schön gedeckten Tisch. Foto: © Veronika Fischer

Geschirr Niessner

Hunger ist auch für unseren nächsten Stopp ein gutes Stichwort: Anton C. Niessner gründete 1852 eine Institution: Das Fachgeschäft Geschirr Niessner in der Kirchengasse 9A ist auf feines Porzellan renommierter Marken, hochwertiges Kochgeschirr und elegante (Wein-)Gläser spezialisiert. So hochtrabend die den Produkten (zurecht) zugeschriebenen Adjektive auch klingen mögen, im familiengeführten Unternehmen Geschirr Niessner bekommt man ganz bodenständige, fundierte Beratung – zuerst kommt Shop-Kater Ramses, der geheime Chef des Hauses vorbei, und wenn man von ihm keine für Menschen verständliche Auskunft bekommt, hilft Inhaberin Barbara Sickenberg gerne weiter.

zu Gast bei Geschirr Niessner, © Katharina Schiffl
Hereinspaziert bei Geschirr Niessner, Foto: © Katharina Schiffl
Im Erdgeschoss wacht Kater Ramses, auf dem Fassadenvorsprung hält eine Taube Wache. Foto: © Veronika Fischer
Im Erdgeschoss wacht Kater Ramses, auf dem Fassadenvorsprung hält eine Taube Wache. Foto: © Veronika Fischer

P’AM

In der feinen Croissanterie und Mikrorösterei P’AM in der Kirchengasse 17 steckt erstaunlich viel auf kleinem Raum. Seit 2019 hat P’AM Frühstück und Brunch im Viertel neu definiert: Handgemachte Croissants, frisch gebackene Bagels mit herrlichen Füllungen, dazu hauseigener Kaffee aus der eigenen Micro Roastery – da wird nicht nur Lerchen, sondern auch Nachteulen warm ums Herz. Der Duft von Kaffee und Frischgebackenem hüllt Besucher*innen schon beim Ankommen wohlig ein – hier lässt sich das Leben an sieben Tagen die Woche genießen.
Bei P’AM kann man auch Catering für Events, Firmenfrühstücke oder private Feiern bestellen, um die handgemachten Croissants und Bagels auch Gästen servieren zu können.

Bei P'AM in der Kirchengasse erwarten dich Croissants und Bagels. © Veronika Fischer
Reinkommen und genießen! P’AM ist bekannt für die fabelhaften Croissants und Bagels. Foto: © Veronika Fischer

Disaster Clothing

Wie schon vorhin beschrieben ist der 7. Bezirk in Sachen lokaler Modelabels ein Hotspot in Wien. Bereits 1991 gründete Modedesigner Manfred Lindner Disaster Clothing. Er war mit Fairtrade-Mode in der Kirchengasse 19 ein Pionier, lange bevor das Wort „nachhaltig“ in aller Munde war. Die Kollektion besteht zu achtzig Prozent aus fair in Österreich und Europa produzierten Stücken mit Fairtrade- und GOTS-Zertifikat. Was besonders fasziniert: Die selbstdesignte DC-Line wird direkt im Shop in der Kirchengasse genäht – wer vorbeikommt, kann dem Entstehen zusehen. Disaster Clothing steht für nachhaltige Mode, die Bestand hat – im Kleiderschrank wie im Grätzl.

Disaster Clothing in der Kirchengasse 19, 1070 Wien, Foto: © Veronika Fischer
Das Wiener Fair-Fashion-Label Disaster Clothing hat seinen Store in der Kirchengasse 19, 1070 Wien. Foto: © Veronika Fischer

Das Haus in der Kirchengasse 19 ist übrigens eines der Durchhäuser im 7. Bezirk. Ein Gang verbindet die Kirchengasse mit der parallel verlaufenden Mondscheingasse – theoretisch. Nutzen konnten wir dieses Schleichwegerl zwar noch nie, aber allein das Vorhandensein solcher Durchgänge in Wien macht Lust drauf, sich ein bisschen näher mit Wiener Durchhäusern und ihrer ursprünglichen Funktion zu beschäftigen. Auf der Mondscheingassen-Seite wird Betrachtenden auch bewusst, warum dieses Haus den Beinamen Löwen-Hof trägt.

Die drei Löwenköpfe an der Hausfassade in der Mondscheingasse 3 geben einen Hinweis auf den Namen des Hauses: Der Löwen-Hof ist ein Durchhaus in 1070 Wien. © Veronika Fischer
Die drei Löwenköpfe an der Hausfassade in der Mondscheingasse 3 geben einen Hinweis auf den Namen des Hauses: Löwen-Hof. Auf der anderen Hausseite hat der Löwen-Hof eine Eingangstüre mit der Adresse Kirchengasse 19. Foto: © Veronika Fischer

Schuhe für Frauen OUTLET

Nummerisch vielleicht etwas unlogisch, für unseren Spaziergang durch die Kirchengasse aber relevant: Gegenüber von Disaster Clothing in der Kirchengasse 19 ist Schuhe für Frauen OUTLET in der Kirchengasse 28. Das Biedermeierhaus ist im Vergleich zu den angrenzenden Häusern etwas niedriger und hat oberhalb der Fenster im ersten Stock sogenannte Lünettenreliefs. Laut Felix Czeikes Historischem Lexikon trägt das Haus den Beinamen Zum goldenen Bären – das kann man aber nur als Joker in der Kategorie „Unnützes Wien-Wissen“ aus dem Hut zaubern, denn leider deutet auf der Fassade nichts mehr auf diesen edlen Namen hin.

Lünettenreliefs auf dem Biedermeierhaus in der Kirchengasse. Foto: © Veronika Fischer
Entdeckt die Lünettenreliefs auf dem Biedermeierhaus in der Kirchengasse 28. Foto: © Veronika Fischer

In die Kirchengasse 28 zieht es uns aber nicht des Hausnamens wegen, sondern für das gute Schuhwerk, das man hier bekommt:
Hier hat Gertraud Buxhofer einen zweiten Shop ihres vor rund zwanzig Jahren in der Neubaugasse 44 gegründeten Shops – der Name ist Programm: Es gibt Schuhe für Frauen. In der Kirchengasse 28 ist ein Outlet, in dem es Restpaare aus dem Schuhe-für-Frauen-Lager sowie Lagerbeständen von Geschäften, die zusperren mussten, gibt.

zu Gast bei Schuhe für Frauen VINTAGE, © Katharina Schiffl
Schuhe für Frauen OUTLET in der Kirchengasse 28. Foto: © Katharina Schiffl

J. Hornig Kaffeebar

Coffee Lovers aufgepasst: Genau neben dem Schuhe für Frauen OUTLET, dort wo die Siebensterngasse auf die Kirchengasse trifft, duftet es nach frisch geröstetem Kaffee. Die J. Hornig Kaffeebar in der Siebensterngasse 29 ist eine Top-Adresse für direkt gehandelten Kaffee, alternative Brühmethoden, Cold Brew, Kaffeecocktails und hausgemachte Mehlspeisen. Hier kann man so richtig über Kaffee abgeeken – und wird genauso gern willkommen geheißen, wenn sich das Kaffeewissen auf „schmeckt mir“ beschränkt. Der Schanigarten lädt zum Verweilen ein – im Frühling unter einer rosafarbenen Kirschblütenwolke, im Sommer sitzt man angenehm im Schatten der Häuser mit freier Sicht auf den offenen Siebensternplatz.
Tipp: Wer schon immer wissen wollte, wie man Latte Art zaubert, kann es im Workshop in der J. Hornig Kaffeebar lernen. Buchbar auf der Website.
Übrigens: Das Haus, in dem sich die J. Hornig Kaffeebar befindet, trägt den Beinamen Ludovica-Hof. Ihr seht den Schildnamen noch heute über dem Eingangsportal in der Siebensterngasse 29.

Die J. Hornig Kaffeebar ist in der Siebensterngasse 29 Ecke Kirchengasse zuhause und befindet sich im  Ludovica-Hof. Foto: © Veronika Fischer
Die J. Hornig Kaffeebar ist in der Siebensterngasse 29 Ecke Kirchengasse zuhause und befindet sich im Ludovica-Hof. Foto: © Veronika Fischer

Aurinshop

Die Idee für den Aurinshop entstand in der Schulzeit von Gründerin Nura Kassoume – konkret wurde sie nach einem Aufenthalt in Berlin, wo erste Kontakte zu unabhängigen Labels entstanden. Seit 2003 hat sie in der Kirchengasse 25 ihren eigenen Ort für nachhaltige Mode, fair gehandelte Accessoires und ausgewählte Essentials geschaffen. Hanf, Biobaumwolle, kleine europäische Labels, keine Massenproduktion. Dazu Naturkosmetik, Rucksäcke, Trinkflaschen – alles mit Bedacht gewählt. Wer einmal drin war, versteht, warum man schnell zur Stammkundschaft wird.

Der Aurinshop im Siebensternviertel in der Kirchengasse 25, 1070 Wien, führt ausgewählte Produkte mit Nachhaltigkeitsanspruch.
Besuche den Aurinshop im Siebensternviertel, in der Kirchengasse 25, 1070 Wien. Foto: Aurinshop, beigestellt

Das Gefälle der Kirchengasse

Kreuzung der Kirchengasse mit der Burggasse, Foto: © Veronika Fischer
Kreuzung der Kirchengasse mit der Burggasse, Foto: © Veronika Fischer
Augen auf und Details bewundern. © Veronika Fischer
„Ich seh, ich seh, was du nicht siehst, und das ist golden.“ Augen auf und Details bewundern. © Veronika Fischer

Die Kirchengasse geht’s anschließend erst leicht bergab bis zur Kreuzung mit der Burggasse. Über die Kreuzung nimmt die Schräge noch etwas zu – mit einem Roller kann man hier super bergab cruisen, ohne antauchen zu müssen. Vorbei geht es an der Zeismannsbrunngasse, die man von hier nur mit dem Rad befahren und zu Fuß erkunden kann – der kurze Weg würde uns direkt zum Sankt-Ulrichs-Platz bringen. Wir rollen, gehen oder schlendern aber auch die letzten Meter der Kirchengasse hinunter, stoßen auf der Neustiftgasse an, die für den Autoverkehr eine Einbahn stadtauswärts ist, und schauen direkt auf den Augustinplatz.

Durch die Zeismannsbrunngasse kommt man auf direktem Weg von der Kirchengasse zum Sankt-Ulrichs-Platz. Foto: © Veronika Fischer
Durch die Zeismannsbrunngasse kommt man auf direktem Weg von der Kirchengasse zum Sankt-Ulrichs-Platz. Foto: © Veronika Fischer

Am Ende der Kirchengasse fängt die Kellermanngasse an

Die für die Gasse namensgebende Mariahilfer Kirche kann man von hier aus nicht mehr sehen. Nicht einmal erahnen. Das Mechitaristenkloster in der Neustiftgasse 4 und die Pfarre St. Ulrich am Sankt-Ulrichs-Platz sind hier viel näher als erstere. Und so ist es auch in Ordnung, dass unser Spaziergang durch die Kirchengasse hier nun sein natürliches Ende findet.

Wer vom Erkunden noch nicht genug hat, muss selbstverständlich nicht Schluss machen! Das Haus auf der anderen Seite des Augustinplatzes war einst Die Wiege der Wiener Werkstätte – wer gerade hier steht, kann sich gern einlesen. Die Geschichte enttäuscht nicht.

In die noch ältere Historie des 7. Bezirks kann man gut eintauchen, wenn man von hier stadteinwärts geht und sich am Sank-Ulrichs-Platz, einem der ältesten Teile des 7. Bezirks, umsieht.

Vielleicht zieht es euch jetzt aber auch einfach hin zu einem Bankerl. Konsumzwangfrei und gemütlich – davon haben wir hier einige in Gehweite. Oder ihr macht in einem der Cafés eine kleine Pause vom Entdeckungsspaziergang. Verdient habt ihr euch das definitiv.

Titelbild: Veronika Fischer

Weiterführende Quellen

Czeike, Felix: Historisches Lexikon Wien in 6 Bänden, Kremayr Scheriau/Orac, Wien 2004

Wien Geschichte Wiki: Kirchengasse, 7. Bezirk (Stand: 13.04.2026)

Wien Geschichte Wiki: Hausschild (Stand: 13.04.2026)

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