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Posted On 16. Oktober 2016 By In Shops With 1491 Views

Daantje – Bullerbü-Charme und Pippi-Langstrumpf-Farbmix

„Ich habe heute leider kein Foto für Dich“ – der kleine Satz, mit dem Heidi Klum ihre Modelschützlinge im Fernsehen zu schocken weiß, bringt uns von im7ten, seit wir in der Westbahnstraße 1 zu Gast waren, regelmäßig zum Schmunzeln. In unserem Fall steht er nämlich für etwas Schönes! Kein Foto zu haben bedeutet, die Fantasie zu beflügeln, Geschichten erzählen zu können und Ihnen ein mentales Bild von einem Ort zu skizzieren, den Sie unbedingt bereisen sollten.

Wir waren – an einem Regentag – zu Besuch bei daantje, DEM Spezialisten für Kinderausstattung mit skandinavischem Einschlag in Wien. Dem größten Geschäft seiner Art in der Bundeshauptstadt.
Draußen ist es grau und verhangen, aber schon an der Glasfassade von daantje wird man von strahlend-bunten Farben willkommen geheißen. Sonnig ist auch der herzliche Empfang durch die MitarbeiterInnen, von denen immer eineR am Tresen steht, um die Eingangstüre im Blick zu haben, denn die wichtigste Kundschaft hier ist zwischen 0 und 8 Jahren alt und da ist ein aufmerksames Extra-Paar Augen immer gut, um sicherzugehen, dass die Sprösslinge sich nicht nach Draußen verirren.

Internationales Flair, exklusiv in Wien

Der Shop, der Webauftritt, die Ware – auf den ersten Blick sieht daanjte wie ein international aufgestelltes Unternehmen aus, aber was Sie hier entdecken können, ist die Leistung eines in Wien lebenden Holländers und seiner russisch-stämmigen Frau, die sich nach vielen Jahren in Großkonzernen beruflich völlig neu orientiert haben: Es war im Jahr 2009, als die Eltern zweier Kleinkinder beschlossen, etwas völlig Neues auf die Beine zu stellen. Als Jungeltern erkannten sie den Wiener Wüstenboden in Sachen fröhlicher Kindermode, die zusätzlich fair, bio, robust und leistbar sein musste und wollten anderen Eltern genau das bieten, was sie auch für ihre eigenen Kinder suchten.
Die Kleismans mieteten ein kleines Geschäftslokal unweit ihrer Wohnung und eröffneten im Oktober 2010 daantje. Der Erfolg gab ihnen Recht: Schnell entwickelte sich eine Stammkundschaft und die Verkaufsfläche erwies sich als nicht mehr ausreichend, sodass ein neues, größeres Geschäft gesucht werden musste.

Vor rund 3 ½ Jahren löste der große daantje-Shop in der Westbahnstraße 1 – genau dort, wo der 49er seine Biegung macht – die zu klein gewordenen Räumlichkeiten ab. Mit einem mehr als verdoppelten Sortiment bietet Familie Kleisman auf zwei Etagen ein Kinder- wie Elternparadies gleichermaßen.
Ein Spielplatz mit Puppenküche und Co., Rutschautos und anderes verkürzen den Kleinen jeden Shoppingausflug. „Die Kinder weinen bei uns nur, wenn sie wieder gehen müssen“, lacht Peter Kleisman, als er uns durch den kindersicheren Laden führt: Türschutzgitter und wachsames Personal gehören zu einem entspannten Einkauf dazu. Die beiden Unternehmer können sich wunderbar in ihre KundInnen hineinversetzen – deshalb gibt es auch eine Mikrowelle zum Wärmen von Gläschennahrung, Wickeltisch und Kundentoilette (wer schon mal mit einem Kind einkaufen war weiß, welche Erleichterung das ist), die Möglichkeit in Ruhe zu Stillen,…

Verantwortung, Verpflichtung, Vertrauen

Kindverliebte Menschen finden bei daantje alles rund ums Kind – Kleidung, Schuhe, Spielzeug, Kinderwagen, Möbel, Laufrad, Rucksack und Co. in den freudestrahlendsten Farben und Mustern.
Aber hier sieht nicht nur alles nach absoluter Lebensbejahung aus, auch die Ausrichtung ist eine des Schützens, des behutsamen Umgangs und der Nachhaltigkeit – für Kind, Umwelt und Geldbörsel. Daher achtet Familie Kleisman beim Einkauf auf die gute Qualität der Ware (hält mehrere Geschwister lang), Zertifizierungen und/oder nachweislich gute Produktionsbedingungen.

„Als selbstständiger schlafe ich viel besser – ich kann alles selbst entscheiden: Wie ich mit Reklamationen umgehe, wie ich mit Kundinnen und Kunden umgehe, was wir einkaufen und was nicht“, erklärt Peter Kleisman und weist auf die Macht des Handels hin, als er erzählt, dass ein Lieferant in der Vergangenheit seine Produktionsstätte von einer zertifizierten Fabrik in China nach Bangladesch verlegte. Fehlende Zertifikate, die das Unterlassen von Kinderarbeit und gute Arbeitsverhältnisse bestätigen, führten dazu, dass daantje keine Ware mehr von dem Lieferanten bezog. Andere Händler taten es ihnen gleich. Der Lieferant ging zurück an die alte Produktionsstätte. „Wenn du eine gewisse Größe hast, kannst du Einfluss nehmen! Und das ist schön.“

Wir gehen bei unserem Gespräch durch die großzügig geplante Verkaufsfläche im oberen Stock – viel Platz, um sich zwischen den vielen schönen und bequem aussehenden Schuhen zu bewegen – auch mit Kinderwagen und Tasche. Und insgeheim hoffen wir, dass in diesem Herbst noch viele Regentage auf uns zukommen, denn mit den schönen Stiefeln und hochwertiger Funktionsbekleidung von daantje macht das Lackenspringen und Gatschquatschen bestimmt noch mehr Spaß.

Im Erdgeschoß angekommen, machen wir Halt an einer einzelnen Stange mit Einzelstücken – Restposten – reduzierter Kleidung. „Wir haben noch nie einen Sale gemacht“, sagt Peter Kleisman bestimmt, „wir haben Stammkunden – die fühlen sich doch reingelegt, wenn man etwas einkauft und in der nächsten Woche ist es um 30% billiger…“ und trifft mit dieser Ideologie wieder genau ins Schwarze bei seinen KundInnen. Genauso wie er im Sommer mit Merino-Jacken und im Winter mit Badebekleidung punkten kann.

Nun, da das ältere Kleisman-Kind der 0-8 Jahre alten Zielgruppe von daantje entwachsen ist, brainstormt das Unternehmerpaar neue Ideen für den Shop. Ein weiteres, noch ungenutztes Stockwerk erlaubt es, noch die eine oder andere Idee zu realisieren. Was das sein wird, ist aber noch offen. Wachstum ist jedoch definitiv nicht ausgeschlossen.

daantje
Westbahnstraße 1, 1070 Wien
Öffnungszeiten: Montag – Freitag 9:00 – 18:00 Uhr, Samstag 10:00 – 17:00 Uhr
Rund um die Uhr shoppen auf www.daantje-shop.com
Oder besuchen Sie daantje auf Facebook.

 

Titelbild: Veronika Fischer

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... legt Wert auf treffende, bedeutungsschwere Worte. Hat dafür sogar eine Waagschale. Liebt das Kreative und Ungewöhnliche. Erzählt den im7ten-LeserInnen am liebsten UnternehmerInnengeschichten, die man beim Einkaufen im Grätzl sonst nicht so schnell erfährt.

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