Ein Blog berichtet über den 7ten Bezirk

Vielfalt und Nachhaltigkeit –der Lerchenfelder Bauernmarkt

Text und Fotos: Berenice Pahl

Ein Wochenendeinkauf an einem Freitag muss keine lästige Erledigung, sondern kann ein stimmungsvolles Erlebnis sein. Das habe ich glücklicherweise zufällig erfahren, als ich an einem wolkenverhangenen Nachmittag Ende April an der Altlerchenfelder Kirche vorbeikam und den Lerchenfelder Bauernmarkt entdeckte. Schon von weitem strahlten die orangen Markisen und gelb-weiß gestreiften Schutzhüllen der kleinen Bauernstände, die zahlreiche Besucher:innen mit kulinarischen Leckerbissen anlockten und mich dazu verführten, mir einen frisch gebackenen, knusprigen Kärntner Reindling zu gönnen.

Während ich das köstliche, süße Zimtgebäck verspeiste wanderte ich durch die schmalen Gänge und erkundete mit Staunen die Schönheit dieses Ortes, den die Marktleute mit detailverliebter Hingabe zaubern: Dutzende Käsesorten, Fleisch, Speck, frische und getrocknete Wurst in diversen Geschmacksrichtungen, frischer Fisch und saisonales Bioobst und -gemüse von einzigartiger Qualität findet man hier. Klassiker wie glänzende Melanzani, makellose Artischocken und tiefrote Erdbeeren, aber auch österreichische Morcheln, zahllose Kräuter und diverse knackig frische Salatsorten werden zum Kauf angeboten. Geduldig stehen die Kund:innen mit ihren Rucksäcken, Baumwolltaschen und Trolleys in der Reihe und warten gelassen, bis sie dran sind.

Nicht nur der ökologische Faktor – das saisonale und regionale Gemüse und die selbstproduzierten Produkte, die verpackungsfrei und auch in kleinen Mengen nachhaltigen Konsum ermöglichen –, sondern auch das soziale Erleben zeichnet ihren Wocheneinkauf aus. Die Händler kennen viele ihrer Kund:innen schon lange: Seit 25 Jahren gibt es diesen Markt, den die IG Kaufleute Lerchenfelder Straße durchführen, nun schon. Und so ist dieser Platz ein geselliger Ort, der von den Gesprächen zwischen den Menschen lebt, die hier ihre täglichen Grundlebensmittel, aber auch frisch zubereitete Speisen wie Gulasch und gefüllte Nudeln oder importierte Spezialitäten wie ungarisches Gebäck, nicht zuletzt Nüsse, Pesto, österreichischen Biowein, Marmeladen oder Eingelegtes erwerben.

Zuletzt entdeckte ich etwas versteckt eine Händlerin, die so viele unterschiedliche Olivenölsorten auf ihrer Theke angerichtet hatte, dass es schier unmöglich schien, das gesamte Sortiment zu überschauen; doch als ich ihre griechischen Bergkräuter entdeckte, die wie getrocknete Blumen zu einem Strauß gebunden darauf warten mit kochendem Wasser zu einem duftenden Tee übergossen zu werden, war meine Wahl getroffen. Dann schnell noch ein paar duftende Blumen und eine kleine Kaktee für meine Tochter mitgenommen und glücklich wanderte ich mit meinen Schätzen nachhause. Ich kann jeder:m nur von Herzen empfehlen, doch auch diesen Bauernmarkt zu erkunden – jeden Freitag zwischen 9:00 und 18:00 am Ceija-Stojka-Platz.

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