Ein Blog berichtet über den 7ten Bezirk

Blumen über Blumen, so weit das Auge reicht

Es grünt so grün, wenn Neubau’s Blumen blühen …

Es regnet, in Strömen, als ich mich zu einem Blumengeschäft im Grätzel aufmache. Gut, denke ich mir, das muss ein Zeichen sein – denn wofür ist der viele Regen bestimmt gut? Richtig: für all die Pflanzen, und Bäumchen, und Blümchen…

Also nichts wie rein, und das Ziel meiner Recherche heimsuchen:

Blumen Brigitte Aigner
Westbahnstraße 5a
www.blumen-aigner.at

Allerlei Blumiges und Kuriosesbrigitte

Gleich als ich das Geschäft betrete, umgibt mich ein heimeliges Gefühl der Geborgenheit – so viel Grün und Bunt und Fülle um mich herum – ich bin direkt befangen ob der ganzen Pracht und Vielfalt. Ein üppiges Paradies voll von allem, was da so grünen und blühen mag, empfängt mich hier. Und mit demselben Reichtum an Erfahrungen und Wissen steht hier eine Frau ihren Mann, die weiß, wovon sie spricht und es intuitiv im Gespür hat, was Sache ist.

Das Haus, in dem Blumen Brigitte ansässig ist, wurde 1888 gebaut, und es dürfte hier laut der Mittfünfzigerin von Anbeginn an ein Blumengeschäft gegeben haben. Sie selbst ist als 15-Jährige als Lehrling in das Unternehmen eingetreten und hat das Geschäft dann vor 12 Jahren von der Alt-Chefin übernommen. Diese wirkt weiterhin im floralen Gewerbe mit und hat Brigitte Aigner mit mütterlicher Fürsorge durch all die Jahrzehnte begleitet.

Auch als ich im Laden unangemeldet aufkreuze aber trotzdem sehr offen willkommen geheißen werde, ist die Alt-Chefin vor Ort. Sie kehrt gerade den Boden, hält sich aber ansonsten ganz diskret im Hintergrund, und fällt mir erst wieder auf, als sie – mit ihrem Dackel an der Leine – das Geschäft wieder verlässt.

Mein neuer Arbeitsplatz

Freimütig macht mir also Brigitte Aigner ein Plätzchen zurecht, auf dem ich dann inmitten der ganzen Herrlichkeit throne. Und sie bringt mir sogar eine Schreibunterlage, natürlich mit einem Blumenporträt darauf. Gleich gegenüber von mir steht noch ein Stuhl, also eigentlich ein Stühlchen, in Kinderdimension, auf diesem hat Brigitte Aigner vor 2 Jahren Adventkränze gebunden und dekoriert. Gut sichtbar für alle, die vorbeigekommen sind, und sich sozusagen live von ihrem Können beeindrucken ließen. Gut möglich, dass sie sich dieses Jahr wieder in die Auslage begeben wird, für ihre vorweihnachtlichen Aktivitäten.

Aber nicht nur das Blumen- und Kränze-Binden ist ihr Metier, Brigitte Aigner bietet noch ein weitaus größeres Sortiment an pflanzlichen Genüssen an. Obstsäfte sehe ich in den Regalen, und Bio-Chilli gleich neben mir am Boden, neben asiatischem Koriander und einem herbstlichen Bouquet aus Kürbissen, Trauben, Zwetschken, Birnen, Äpfeln und Quitten, teils aus eigenem Garten, und auch aus jenem ihrer Schwester, aber auch von den Bauern ihres Vertrauens.

Kreativ und vielfältig

Brigitte Aigner ist ein ganz besonderer Mensch, und das, was sie verkörpert und lebt, spiegelt sich auch in ihrem Angebot wieder. In der Natur, in all ihren Facetten, vom Boden bis zur Decke – die mit einem selbst gemalten Himmel samt Regenbogen geschmückt ist. Nebst den anderen, natürlich auch selbst gemalten Bildern, die die Wände zieren.

Und auch in der Farbenpracht, so wie sie das Auge übergehen und die Seele lachen lässt. Und die sie auch im einfühlenden, umsichtigen Verkaufsgespräch ihren Kunden zuteilwerden lässt. Denn Verkaufen ist eben nicht nur Geld machen, weil wenn’s ihr allein um das ginge, hätte das doch immer wiederkehrende Zittern und Bangen um ihre Existenz keinen rechten Sinn.

Soziales Miteinander

Sie ist vielschichtig und vielseitig, erzählt von ihren politischen Anliegen genauso, wie von den Werten, die ihr Tun prägen: Teilen – Helfen – Nächstenliebe, im Kleinen, in ihrem Laden an der Ecke Hermanngasse/Westbahnstraße, und im Großen, globaler gesehen, gerade auch jetzt im Angesicht der Flüchtlingsströme und der Wiener Wahlen.

Brigitte Aigner beschreibt sich selbst als eine Freischauflerin und sie ist ganz bestimmt eine, die weiter als bis zu ihrer Nasenspitze denkt – davon konnte ich mich ganz spontan im persönlichen Gespräch mit ihr überzeugen: direkt aber doch auch geheimnisvoll, frei denkend und trotzdem auch mit ganz viel Sinn für das Tiefgründige, Erdige. Facebook-Guppe

Fotocredits + Text: Cornelia Feiertag

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