All posts by Philipp Mosetter

Der erfahrene, „überhaupt schon etwas ältere“ Kolumnist und seine treffsicheren Randbemerkungen – so oder so ähnlich lassen sich in knappen Worten der Erschaffer der monatlich auf www.im7ten.com erscheinenden Glosse und dessen Stil beschreiben. Darin zeigt sich der freie Autor und Schauspieler immer ein wenig irritiert von der Wiener Seele: furchtsam und vorsichtig nähert er sich zwischen den Zeilen den ewig Klagenden und stetig Grantelnden an, voller Passion für die Historie und neugierig bis in die Fingerspitzen ☺

Posted On Oktober 5, 2016By Philipp MosetterIn Glosse, Kolumne

Im 7ten – Oktober 2016

Es ist zwar auch schon wieder dreißig Jahre her, aber es ist doch eine schöne Erinnerung. Ein Österreicher auf Platz eins! Und das sowohl in den amerikanischen Charts als auch in den englischen Charts – und in allen anderen auch irgendwo ganz oben. Das überstrahlt in gewisser Hinsicht die ganze Erinnerung an das doch eher schwierige Jahr 1986. Denn alles, was in diesem Jahr sonst noch strahlte, kam von Tschernobyl herüber. Falco rockte mit seinem „Amadeus“ die Gemüter und aus den Tiefen der ukrainischen Wälder strahlte der Untergang. Der RestRead More
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Posted On August 18, 2016By Philipp MosetterIn Glosse, Kolumne

Im 7ten – August 2016

Ferienzeit ist Reisezeit und Reisen bildet. Das ist bekannt. Weniger bekannt ist, dass Reisen auch bilden sollte! Da herrscht oft großer Mangel und selbst eine ausgedehnte Fernreise hinterlässt lediglich ein paar digitale Aufnahmen seiner selbst auf dem Handy. Aber wie auch immer, die Zeit des dieser Art Sich-Bildens oder Sich-Abbildens neigt sich ohnehin langsam ihrem Ende zu. Dann kommt der (oder die) Reisende wieder nach Hause und fragt sich: Wo bin ich? Was für eine tiefschürfende Frage! Gerne möchte man ihm (oder ihr) zurufen: Zuhause. Aber dann schreckt man zumeistRead More
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Posted On Juli 25, 2016By Philipp MosetterIn Glosse, Kolumne

Im 7ten – Juli 2016

Es gibt in diesen Tagen so viele Irrungen und Wirrungen, dass es kaum verwundern wird, wenn beispielweise im Marianne Fritz Park (Ecke Zieglergasse/Lindengasse) jemand sitzt und das vieltausendseitige Romanwerk Naturgemäß I-III von eben jener Marianne Fritz nach der dieser kleine Park benannt ist, neben sich aufgestapelt hat um darin nach Antworten zu suchen. In einem Hinterhaus in der Schottenfeldgasse, ist dieses Werk entstanden und dem profan Gebildeten fehlt schlicht die Phantasie, wie ein einzelner Mensch ein solches Textgebirge hat erschaffen können. Hier kommt auch der geübte Leser an seine Grenzen.Read More
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Posted On Juni 15, 2016By Philipp MosetterIn Glosse

Im 7ten – Juni 2016

So manch einer sitzt dieser Tage bei einem kühlen Glas Bier und blättert verträumt in den alten Versen Homers, der Ilias. Aber es will sich keine rechte Entspannung einstellen. Denn während wir hier unserem Tagwerk nachgehen, kämpfen drüben im fernen Frankreich unsere tapferen Recken um jeden Ball und tragen die schwere Last unserer aller Hoffnungen. Es ist in solchen Fällen guter Brauch, die Götter um Beistand anzurufen. Und siehe da, noch während der fußballbegeisterte Biertrinker in seinen nur mehr lückenhaften Kenntnissen der Mythologie nach der passenden Gottheit forscht, wird aufRead More
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Posted On Mai 19, 2016By Philipp MosetterIn Glosse, Kolumne

Im 7ten – Mai 2016

Wohin? Wohin soll es gehen? Wohin wird es gehen? Das ist hier die Frage. Der Mai ist eine Herausforderung. Feiertage und Brückentage wohin das Auge fällt. Wohin also? Wohin, an all diesen freien Tagen? Vielleicht ein Ausflug ins Grüne? Vielleicht einfach eine Fahrt ins Blaue hinein? Der Mai ist traditionell ein Monat der ganz großen Fragen. Beispielsweise die Frage: „Willst Du ..?“ ist eine durch und durch maitypische Frage. Und schon auf dem Weg zum Altar, wo diese Frage ihre Antwort erhalten soll, ahnen Fragender und Gefragte (oder umgekehrt, oderRead More
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Posted On April 21, 2016By Philipp MosetterIn Glosse

Im 7ten – April 2016

Eine der segensreichsten Einrichtungen der Natur ist die Frühjahrsmüdigkeit. Müdigkeit führt im Idealfall zum Schlaf oder wenigstens zu einem kurzen Einnicken. Und der Schlaf als solcher, und sei es auch nur ein kleines Nickerchen, ist in unseren Tagen nicht hoch genug einzuschätzen. Denn was treibt der Mensch, wenn er nicht schläft? Er beschäftigt sich mit sich. Er, und sie gleichermaßen, sind unentwegt, ja tatsächlich unermüdlich damit beschäftigt, sich zu optimieren, sich zu positionieren, sich mitzuteilen, sich mit sich auszutauschen. Er, und sie gleichermaßen, werden nicht müde, beim Blick auf ihreRead More
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Posted On Februar 11, 2016By Philipp MosetterIn Glosse, Kolumne

Im 7ten – Februar 2016

Der Februar wird bekanntlich nur selten besungen. Weder im romantischen Liedgut, noch im Volkslied spielt der Februar eine Rolle. Ja, nicht einmal das Wiener Lied, das ja in erster Linie ein Klagelied ist, widmet dem Februar auch nur die geringste Aufmerksamkeit. Selbst Wilhelm Wiesberg, von dem es heißt, dass er über 1.000 Wiener Lieder geschrieben haben soll, viele davon übrigens in seiner Stammkneipe in der Neustiftgasse 96, hat jemals den Februar besungen. Was um so erstaunlicher ist, muss es doch im Februar 1879 gewesen sein, als er sich von WenzelRead More
Bild Lächeln und alles wird gut

Posted On Januar 14, 2016By Philipp MosetterIn Glosse, Kolumne

Im 7ten – Jänner 2016

Im Hof der Lindengasse Nummer 46 steht ein Götterbaum. Es ist ein besonders schönes Exemplar und steht daher nicht nur unter Schutz sondern ist auch ein eingetragenes Naturdenkmal. Gerade in diesen ersten Tagen des neuen Jahres ist dieser Götterbaum wahrlich ein Denkmal. Denn wo der Mensch noch mit seinen Vorsätzen und Hoffnungen beschäftigt ist, erinnert uns der Baum daran, dass es auch ganz anders kommen kann. Dieser Götterbaum ist der letzte Überlebende von einst großen Plänen. Denn hier war das Zentrum von Europas größter Seidenfabrikation: vor 200 Jahren ratterten hierRead More

Posted On Dezember 9, 2015By Philipp MosetterIn Glosse, Kolumne

Im 7ten – Dezember 2015

Jedes Jahr um diese Zeit ändern sich die Trinkgewohnheiten der Menschen. Ob allerdings die Vernebelung der Sinne nur Wirkung und nicht vielmehr Vorraussetzung für das exzessive Punschtrinken ist, kann an dieser Stelle nicht wirklich geklärt werden. Unstrittig hingegen ist die Schuldfrage. Albrecht I. hat nämlich im Jahre 1294 das Privileg zum Abhalten eines Dezembermarktes in Wien erteilt und darf seither als Urheber der Weihnachtsmärkte bezichtigt werden. Damit hat jener Albrecht I. seinen eigenen Vater, und der war kein geringerer als Rudolf I. und erster Habsburger auf jenem Thron, den dieseRead More

Posted On November 11, 2015By Philipp MosetterIn Glosse, Kolumne

Im 7ten – November 2015

Unweit der Kandlgasse Nummer 29, wo eine Gedenktafel an den Zeichner, Maler und Illustrator Ernst Juch (1838 – 1909) erinnert, der vor allem für seine Satiren und Karikaturen in Erinnerung bleiben wird, lassen sich Szenen erleben – wie von Ernst Juch gezeichnet: Eine Vitrine. In der Vitrine – ein Schokokuchen. Vor dem Schokokuchen ein kleines Schild auf dem zu lesen steht: „Schokokuchen“. Vor der Vitrine mit dem Schildchen „Schokokuchen“ vor dem Schokokuchen eine Dame mit Anspruch. Sie deutet auf den Schokokuchen mit dem Schildchen „Schokokuchen“ davor und fragt in schneidendemRead More