Posted On 23. März 2015 By In Allgemein, Geheimtipp With 1907 Views

Thesen um Prothesen. Willkommen bei Ottobock!

Mitten in unserem schönen Grätzl, um genauer zu sein in der Kaiserstraße 39, befindet sich ein Forschungszentrum. Doch nicht irgendeines. Es handelt sich hierbei um einen Forschungs- und Entwicklungsstandort der Firma Otto Bock. Doch wer genau ist Otto Bock? Und was wollen sie hier erforschen?

Begonnen hat alles im Jahr 1919. In diesem Jahr gründete der Orthopädiemechaniker Otto Bock in Berlin eine Firma, um Weltkriegsversehrte mit Prothesen und orthopädischen Hilfsmitteln zu versorgen. Seitdem hat sich viel gewandelt, nicht nur in der Firmengeschichte.

Doch die Philosophie ist dieselbe geblieben: Der Mensch steht im Mittelpunkt. Denn für ihn soll die Qualität der Produkte spürbar sein, in Richtung Unabhängigkeit und Erhöhung der Lebensqualität im Alltag. Die Herausforderungen bestehen darin, technische Innovationen in Technologien für Menschen umzuwandeln.

Heute ist Ottobock eine weltweite Firmengruppe, welche Hightech-Prothesen für den Weltmarkt entwickelt und fertigt; und mit einem Sitz in der Kaiserstraße. (Ein weiteres Gebäude befindet sich seit 2012 im 11. Wiener Gemeindebezirk.)

Doch der Wiener Standort gehört nicht nur zu den bedeutendsten Forschungs- und Entwicklungsstandorten, sondern ist gleichzeitig ein internationales Kompetenzzentrum für Mechatronik[i] innerhalb der Ottobock Firmengruppe.

Hier wurde zum Beispiel die Armprothese DynamicArm Plus entwickelt (bekannt auch als Targeted Muscle Reinnervation (TMR) Armprothese), welche sich soweit, wie noch keine andere Prothese bisher, an das natürliche Vorbild, des menschlichen Armes, annähert. Hierbei werden Nervenbahnen, die vor der Amputation den natürlichen Arm steuerten, zur Signalübertragung vom Gehirn an die Prothese genutzt, welche somit intuitiv und direkt gelenkt werden kann.

Zwei Jahre nach der Vorstellung des Prototyps präsentierte Ottobock Wien 2009 dann das Ergebnis der Weiterentwicklung, welche nun das Fühlen mit der künstlichen Hand ermöglicht.

Zu weiteren jungen Entwicklungen gehören die Michelangelo Hand und das Beinprothesensystem Genium.Kai39_241KB©Foto_Gerlach_Ottobock

Besonders faszinierend finde ich den Schwerpunkt der aktuellen Forschung: das Orthesensystem C-Brace®, welches mehr Lebensqualität für Menschen mit Beinlähmungen bringt.

Für einige Träger bedeutet dies nun: Der Schritt aus dem Rollstuhl, in ein mobiles Leben auf zwei Beinen.

Wer hätte gedacht, dass hier mitten im 7ten ein Forschungszentrum liegt? In welchem geforscht wird, um Menschen mit Handicap den Alltag und das Leben zu erleichtern. Das Leben lebenswerter zu machen.

Eine schöne Sache, welche im Herzen des 7ten gedeiht.

Ottobock Technologiezentrum, Kaiserstraße 39, 1070 Wien

www.ottobock.at

[i] Mechatronik = findet seinen Ursprung in der Feinmotorik und lässt sich von den drei Kernbereichen: Mechanik als Hauptpunkt, mit Elektronik und als Verknüpfung der beiden Teilgebiete die Informatik.ableiten

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miriam.tsekas@gmx.net'

Die Germanistikstudentin liebt die Natur sowie die Kultur gleichermaßen. Ihr Bestreben, in der Kultur schöpferisch Fuß zu fassen und für eine breite Allgemeinheit tätig zu werden, hat sie in der Recherche am Volkstheater bereits verwirklicht. Was die Natur anbelangt, geht ihr aber weiterhin nichts über einen regennassen Sommertag oder schneebedeckte Berge. Derart minimalistisch und existenziell kann das Schreiben also sein und wer sich davon selbst ein besseres Bild machen möchte, liest am besten gleich auf www.im7ten.com nach ☺

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