Posted On 9. September 2016 By In Gastronomie, Geheimtipp, Übers Grätzel With 1274 Views

Quid pro quo – Wer für wen?

Wer für wen? Wenn ich überlege, wer meine Schuhe doppelt, wer meine Nähte flickt , wo ich meine Zeitung kaufe, meine Orangen und das Olivenöl, meinen Grünen Tee, wo bringe ich meine Künstler_innen aus dem Ausland unter? Es ist der Schuster aus Usbekistan, der Schneider aus Sierra Leone, der Trafikant aus Persien, Lebensmittel vom Griechen, Inder oder Italiener, der Buchhändler aus Ex Jugoslawien, die Japanerin, die mich über verschieden Teezubereitungen unterrichtet, das nette Hotel in philippinischer Hand, in dem sich meine Gäste wohl fühlen.

Brillibrilliant

Eingang BrillantengrundDas erste Wort das in der Familien- und Freundesgruppe um Marvin Mangalino & Roselle Stranzinger aus allen Mündern schallte, war brillibrilliant. Sie standen im 150 Jahre alten Hof des Hotels am Brillantengrund und fühlten sich verzaubert. Mit genau dieser Intension gingen sie vor zwei Jahren daran, dieses Kleinod in der Bandgasse im 7. Bezirk, zu renovieren. Die alten Möbel wurden geschrubbt, upcycled und neu kombiniert. Die Affinität der Besitzer zur Wiener Kunstszene zeigt sich sowohl in den Events, die vom Hotel veranstaltet werden, als auch an den vielen künstlerische Arbeiten, die in allen Räumen zu finden sind.

Dieses kleine Hotel schafft es, durch familiäres Flair und gelassene Gemütlichkeit, dass sich die Gäste wie zu Hause fühlen und den Aufenthalt in Wien doppelt genießen. Ari Versluis, Künstler aus Rotterdam (EXACTITUDES), stellte bei seinem Aufenthalt fest, dass er am liebsten im Hof sitzen bleiben würde, um das Leben an und für sich zu genießen.

Neben den wunderbar zubereiteten ausgefallenen Speisen, den interessanten Teespezialitäten und der unaufdringlichen angenehmen Bedienung fühle ich mich wie im Urlaub, wenn ich im Hof sitze um das Leben zu genießen.

Billantengrund_innenMama Magalino zaubert wunderbare Gerichte aus ihrer Heimat, den Philippinen. Süß, scharf, sauer, fruchtig, nussig, cremig, die Papillen springen vor Freude. Philippinische Speisen sind ein multikulturelles Geschmackserlebnis, mit spanisch-mexikanischen, indischen, chinesischen und auch amerikanischen Einflüssen (asiatischer Burger, auch für nicht Burger Fans eine Freude!)

Die Mischung aus den verschiedenen Gewürzen und Geschmacksrichtungen sind harmonisch und stimmig. Mama ist selbst allergisch auf Glutamat, daher wird darauf komplett verzichtet. Die Speisen sind für Fleischliebhaber, Vegetarier und Veganer geeignet. Das Fleisch wird wie alle anderen Lebensmittel von Landwirten direkt bezogen, für vegane Gäste gibt es Seitan aus eigener Herstellung. Rene kreiert Fusion Gerichte, pendelt zwischen mediterraner und wiener Esskultur.

Eingefleischte „Brillipinos“ essen übrigens traditionell mit Gabel und Löffel. Das Gerücht besagt, die Kolonialherrschaft der Spanier auf den Philippinen hätten die Messer verboten, um bewaffnete Aufstände zu verhindern.,

Im Brillantengrund ist ein Paradoxon möglich, gleichzeitig zu Hause und im Urlaub zu sein.

 

Text Denise Parizek, 2016

Foto mute insurgent 2016

 

Links

http://12-14.org/2014-exactitudes

http://exactitudes.com/

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Die humorvolle Künstlerin unter den doch so unterschiedlichen www.im7ten.com Schreiberlingen. Eine integre Persönlichkeit, die Empathie und Spaß an der Arbeit im Team ihr Eigen nennt. Freude an persönlichem, investigativem und assoziativem Agieren bringt sie ebenso auf den Tisch. Subjektiv gesehen sind nicht nur ihre Texte oftmals Kunstwerke: sie bringt zur gleichen Zeit impulsive und auch reflektierte Darbietungen zustande – behauptet zumindest ihr Neffe, und der muss es ja wissen ☺

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