Plan D - die unorthodoxe Kunstausstellung in Zeiten von Covid-19

Posted On 26. Mai 2020 By In Events, Geheimtipp With 759 Views

Plan D: Die Kunst kommt zu uns

Menschen brauchen Kunst – und die findet ihren Weg zum Menschen, auch wenn es manchmal auf unkonventionellen Pfaden ist: Mit der Ausstellung „Plan D“ machen Studierende der Akademie der bildenden Künste und die Kaufleute der Westbahnstraße, Kaiserstraße und Seidengasse gemeinsame Sache. Von 27. Mai bis 19. Juni 2020 kommt die Kunst zu uns.

Titelbild: Valerie Ludwig at meshit © Valerie Ludwig

Entwicklung statt Stillstand

Die vergangenen Wochen haben uns vieles gelehrt! Neben zahlreichen anderen Eindrücken hat sich bei mir beispielsweise die Erkenntnis gefestigt, dass Kreativität für Widerstandskraft oder – um es weniger nach Revolte klingen zu lassen – für mentale Elastizität sorgt. Kunst zu schaffen bedeutet, sich weiterzuentwickeln, nicht stillzustehen, nicht aufzugeben – das wissen wir Menschen, das wissen wir auch als Gesellschaft … und trotzdem verhindert diese Einsicht nicht, dass die aktuelle Situation Kunstschaffende ganz besonders hart durch den Ausfall geplanter Ausstellungen und Events trifft.

Ein Hauch von Kunst

So hat es uns als im7ten-Team gefreut, von einer besonderen Aktion zu erfahren, die Studierende der Akademie der bildenden Künste aus dem Fachbereich Zeichnen mit einigen UnternehmerInnen aus dem Grätzl spontan auf die Beine gestellt haben: „Plan D“ ist eine unorthodoxe Kunstausstellung, die von 27. Mai bis 19. Juni 2020 über mehrere Straßen stattfindet.

Der Ausstellungspfad

Während der dreiwöchigen Ausstellung zeigen 18 KünstlerInnen ihre Arbeiten in einigen Unternehmen in der Westbahnstraße, Kaiserstraße und Seidengasse. Die meisten Arbeiten werden in den Schaufenster zu sehen sein und erlauben damit einen Kulturspaziergang im Freien, der mit dem Einkauf des Nötigsten und dem genussvollen Auswählen des Übrigen verbunden werden kann.

Die KünstlerInnen

Maximilian Atteneder, Sophia Davislim, Alexandra Feusi, Lilian Kroth & Jannik Franzen, Sarah Fripon, Marwa Abou Hatab, Stefanie Hintersteiner, Saskia Kasper, Chris Kroiss, Mariella Lehner, Daniel Leiter, Emilia Lichtenwagner, Valerie Ludwig, Juliana Melzer, Anne Kathrin Müller, Hannah Parth, HaNam Tran

Platz für Kunst geben …

Albert Pattermann Wien, Franke Leuchten, Freudich, Galea Records, Galerie Rudolf Leeb, Glashütte Comploj, go a-head, meshit, Mitzitant, Modus Vivendi, QWSTION, SehProjekt, Stoffsalon, Wald & Wiese, WauWau Pfeffermühlen, wiener konfektion und Massageinstitut Wohlergehen.

Im Gespräch mit der „Plan D“-Kuratorin

Christiane Paulitsch aus dem im7ten-Team hat mit Kuratorin Mariella Lehner über ihre Motivation für „Plan D“ gesprochen.

Was hat Dich zu dieser Initiative bewegt?

Als vor kurzem Geschäfte wieder öffnen durften, aber nicht sicher war, wann bzw. ob Kulturräume wieder zugänglich sind, kam mir die Idee zu dieser Ausstellung. Wir als junge KünstlerInnen bekommen die Möglichkeit, unsere Arbeiten zu zeigen und Local Businesses [Anm. d. Red.: erreichen damit] vielleicht neue Kundschaft. Eine klassische Win-Win-Situation sozusagen. Da ich die letzten 1,5 Jahre im Qwstion Store gearbeitet habe und weiß, dass Johnny im Grätzl gut vernetzt ist, war er mein erster Ansprechpartner.

 

Wie wurden die KünstlerInnen ausgewählt?

Wir haben die Idee in unseren Klassentreffen besprochen. Alle, die mitmachen wollten und schon fertige Arbeiten hatten, durften dabei sein. Es sind allerdings auch Mitglieder anderer Klassen der Akademie vertreten, deren Arbeiten gut zu bestimmten Shops passen. Fast alle Werke sind während [Anm. d. Red.: des Lockdowns] entstanden.

 

Kann man die Ausstellungsstücke kaufen?

Nicht alle Medien lassen einen Verkauf zu, die meisten KünstlerInnen werden sich aber natürlich über Interesse diesbezüglich freuen und auch ihre Kontaktdaten im [jeweiligen] Shop hinterlassen.

 

Wie geht die Kunstinitiative nach der Eröffnung der Ausstellung weiter?

Die Ausstellung geht drei Wochen lang, bis 19. Juni sind die Arbeiten zu sehen. Eventuell wird es im Rahmen der Aktion auch noch weitere kleine Events geben wie etwa Performances, das ist allerdings noch nicht fix und wird spontan auf unserer Instagram-Seite und im Facebook-Event bekannt gegeben.

Für kurzentschlossene Kunsthungrige

Wer spontan Zeit hat, kann ganz unkompliziert am „Plan D“ openingwalk teilnehmen, der von Veronika Dirnhofer, Professorin am Institut für bildende Kunst der Akademie der bildenden Künste Wien, geleitet wird.
Eine Anmeldung ist nicht erforderlich. Da die meisten Arbeiten in den Schaufenstern der teilnehmenden Shops zu sehen sind, kann der Spaziergang im Freien stattfinden, somit heißt es einfach: Abstand zu anderen halten. Einige Arbeiten hängen direkt in Shops, hier ist beim Betreten natürlich die allgemeine MNS-Pflicht zu berücksichtigen.

Allen anderen steht der Kunstpfad in den kommenden Wochen zur Verfügung!


Mehr zu den Unternehmen in diesem Beitrag

Wie aus “anno dazumal” “heute” wurde – Albert Pattermann

Franke Leuchten und die Welt des Lichts

Von ARCC.art zur Galerie Rudolf Leeb

Glashütte Comploj | Schmelzpunkt erreicht

Mitzitant – Altwiener Küche in authentischer Atmosphäre

modus vivendi | Modeliebhaberei in der Westbahnstraße

SehProjekt | Sehen – das Projekt

Stoffsalon | Stoff zum Nachdenken

Wald & Wiese – Paradiesische Genüsse

WauWau – bunter Hund, Zebrastreifen und der richtige Dreh

wiener konfektion | Ladylike Slowfashion

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... legt Wert auf treffende, bedeutungsschwere Worte. Hat dafür sogar eine Waagschale. Liebt das Kreative und Ungewöhnliche. Erzählt den im7ten-LeserInnen am liebsten UnternehmerInnengeschichten, die man beim Einkaufen im Grätzl sonst nicht so schnell erfährt.

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