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Posted On 6. August 2018 By In Shops With 164 Views

Arcc Art – Junge Kunst zum fairen Preis

Am Neubau tropft die Kreativität aus jeder Nische. Wer offenen Auges durch die Gassen des siebten Bezirks schlendert, kann kaum leugnen, dass 1070 von der Muse geküsst wurde. Mehrmals und ziemlich innig. Der perfekte Nährboden für Kunst und Kultur. Die Rede ist nicht von schweren Ölgemälden und marmornen Engelsköpfen, Neubau ist hungrig, jung und wild. Es hat über dreißig Grad, die Kaiserstraße labt sich an der Mittagssonne, doch hier drinnen ist es angenehm. Ich sitze im Büro von Rudolf Leeb, wir befinden uns in der Arcc Galerie. Arc steht für Arche, das letzte „c“ für Community. Die Arche Leeb bittet junge KünstlerInnen an Board. Kreative Menschen, die ihre Bühne noch nicht gefunden haben und bereit sind, die Welt zu erobern. Die Arcc Galerie bietet ihnen ein Forum, begleitet sie sicher in den Markt, nutzt dabei aber keine altbewährte Route. Zusätzlich zum Verkauf im klassischen Schauraum, können Werke auch online erworben werden und zwar zu einem leistbaren Preis.

Arcc Art Ausstellungsraum

Showroom Arcc Art

Als die Arche Anker legte

Ursprünglich war Arcc Art als Popup Galerie konzipiert. Pure Flexibilität, durch jede Ausstellung wurde ein neuer Raum erobert. Doch schon bald legte sich der Wind und die Arche stand still. Der Wiener Immobilienmarkt erschwerte die Suche nach neuen Räumlichkeiten zunehmend und Leeb und seine Geschäftspartnerin Ulla Bartel fühlten sich gezwungen, Anker zu legen. Die Reise endete Jänner 2017 in der Kaiserstraße Nummer 76. Die beiden hätten an schlimmeren Orten stranden können. Auch wenn die Arche sich nun nicht mehr bewegt, wird in ihrem Inneren eifrig gewerkt. Knapp einmal im Monat gibt es eine neue Ausstellung. Das Grundkonzept hat sich nicht verändert, weiterhin gilt es, die schweren Samtvorhänge der etablierten Szene abzustauben und begabten Nachwuchs per Räuberleiter in den Kunstolymp zu heben. Die Arcc Galerie beschränkt sich dabei auf kein Medium, lediglich klassische Werke wird man hier vergeblich suchen.

 

Arcc Art Rudolf Leeb

Rudolf Leeb

Kunst vs. Kunsthandwerk

„Das schwierigste am Geschäft ist zu erkennen, was Kunst ist“, erklärt mir Leeb. Auf die Frage, ob Kunst kein offener Begriff sei und nicht stets an das berühmte Auge des Betrachters gebunden sei, erwidert er, dass man zwischen Kunst und Kunsthandwerk unterscheiden müsse. Es komme nicht nur auf die Ästhetik an, auch die Botschaft einer Arbeit spiele eine wesentliche Rolle. An der Wand zu meiner Linken hängt ein Bild von Veronika Schuschnigg. Von Weitem sieht es aus wie ein mit schwarzem Faden besticktes Blatt Papier, doch bei näherer Betrachtung erkennt man, dass es sich bei dem vermeintlichen Faden um etliche Rosendornen handelt, die in akribischster Feinarbeit auf das Pergament geklebt wurden. Das Werk ist Teil der Ausstellung „Drugtales“, die sich mit Schmerz und Krankheit befasste. Leeb zeigt mir eine Kreation von Birgit Graschopf; eine Fotoemulsion auf Schleifpapier. Zu sehen ist eine verschwimmende Silhouette, deren Umrisse von einer nahen Lichtquelle von der Dunkelheit abgehoben werden. Arcc gibt sich mutig und innovativ, Stillleben und Obstkörbe sind hier fehl am Platz.

 

Arcc Art Augmented Reality Kunst

Augmented Reality Kunst

Digitaler Kunsthandel ohne elitärem Gehabe

Leeb setzt auf Kunst zum kleinen Preis. Im Webshop von Arcc Art hat man eine große Auswahl an Werken verschiedener KünstlerInnen. Neben Augmented Reality Bildern, die durch den Gebrauch eines Smartphones ihre Form wandeln und zu einem gänzlich neuen Werk werden, findet man Drucke, Fotografien, Kollagen und allerlei nicht eindeutig kategorisierbare kreative Ergüsse. Arcc positioniert sich abseits vom elitären Markt und will KunstinteressentInnen mit moderat gefüllter Börse ansprechen, ohne dabei auf Qualität zu verzichten. Wer vor dem Kauf dennoch gerne vorbeischaut, kann das natürlich ebenfalls tun. Schließlich hat die Arche mittlerweile ihr Zuhause gefunden.

Fotos: Daniel Klingler

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Entdecken. Schreiben. Fotografieren. Daniel ist sowohl kreativ als auch ambitioniert und angelt sich gerne die abenteuerlichen im7ten-Stories bei den Redaktionssitzungen, die er mit immer neuen Ideen bereichert. Sein Steckenpferd: ästhetische Bilder von Alltagssituationen.

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