Old quarter Bánh Mì

Posted On 23. August 2017 By In Gastronomie With 358 Views

Köstliches Bánh Mì aus Neubau: Willkommen im Old Quarter

Baguette mit Leberpastete und Koriander, eventuell ein wenig Maggi, dazu ein eisgekühltes Kokoswasser, Good Morning Vietnam. Was zuerst skurril klingen mag, ist eine wahre Gaumenfreude und gilt als Paradebeispiel gelungener transnationaler Kulinarik. Bánh Mì wird die franko-exotische Köstlichkeit genannt, die seit Kurzem auch in Neubau verspeist werden kann. Im Old Quarter, einer namentlichen Hommage an einen der ältesten Bezirke der vietnamesischen Hauptstadt Hanoi, in der Westbahnstraße Nummer zehn wird die Delikatesse in allen möglichen Variationen angeboten. Zu danken ist einem Kärntner, der Mühseligkeit des elitären Gastro – Gewerbes und einer Reise in die alte Heimat.

Old quarter Bánh Mì

Neues aus der alten Heimat

Als Phung van Nam das von Tälern durchzogene Kärnten verließ, um dem Ruf des in Wien angesiedelten 25hours Hotels zu folgen, rechnete er mit ein bis zwei Jahren Aufenthalt. Es dauerte viereinhalb Jahre, bis er wieder von der Gehaltsliste des renommierten Hotels gestrichen wurde. Zuvor hatte er die Kärntner Gastro – Szene bereichert, und nun? Erstmal eine Auszeit, weg und neu formieren. Zurück in die alte Heimat. Sechs Wochen durchstreifte er Vietnam mit dem Rucksack von Norden nach Süden und entdeckte dabei vor allem sich selbst. Als er wieder in Wien ankam, wusste er, welchen Weg er gehen würde. Phung van Nam machte sich selbstständig, um das Bánh Mì nach Neubau zu holen. Er hatte zwar genügend Gastronomie Erfahrung, in der Küche stand er allerdings eher selten, also holte sich der Jungunternehmer Hilfe. So reiste eigens ein Schweizer Kumpel an, um Phung in die Handhabung der wichtigsten Küchengerätschaften einzuweisen. Das technische Knowhow wurde anschließend um das mütterliche Rezeptwissen ergänzt und Phungs Pläne begannen, greifbar zu werden. Gemeinsam mit seiner Freundin, die ihn tatkräftig unterstützt, zerbrach sich Phung wochenlang den Kopf über harmonierende Geschmäcker, ansprechende Inneneinrichtung und das perfekte Kokoswasser.

Old quarter Bánh Mì

Noch nie von Bánh Mì gehört?

Klischees wären keine Klischees, wenn sie nicht manchmal einen, wenn auch humoristisch aufzufassenden, wahren Kern hätten. So packten die Franzosen, imperialistischen Bestrebungen folgend, eben auch ihr heiß geliebtes Baguette ein, als sie sich unerwünschter Weise selbst nach Vietnam einluden. Die Franzosen gingen wieder, das Baguette blieb und verbreitete sich unter dem Namen Bánh Mì, übersetzt „Brot aller Art“, rasant in den Straßen des asiatischen Küstenstaates. Die Vietnamesen genießen den Snack gefüllt mit frischen Kräutern, Mayonnaise, die im Old Quarter selbst hergestellt wird und vegan erhältlich ist, und köstlich marinierten einheimischen Spezialitäten wie Schweinebauch oder eingelegter Melanzani. Phung und seine Freundin legen großen Wert auf regionale Herkunft und transparente, faire Produktionsverhältnisse. Nur Tofu und Koriander kommen aus dem Asia-Shop, um geschmackliche Authentizität zu gewährleisten.

Wohnzimmer-Feeling im Old Quarter

Das Old Quarter könnte keinen besseren Standort als die Westbahnstraße haben. Neubauer wissen kulinarische Bereicherung wie das Bánh Mì zu schätzen und belohnen gute Ideen. Phungs Laden ist gut besucht, doch das liegt nicht nur am köstlichen Essen. Der Imbiss strahlt Wohnzimmeratmosphäre aus und vermittelt nachbarschaftliche Bequemlichkeit. Während in der Küche gezaubert wird, umgarnt Guest Relation Manager Snoop die Wartenden mit tierischem Charme und natürlicher Liebenswürdigkeit. Phung wollte schon immer in den Siebten, am besten in die Westbahnstraße. Weil er die Leute hier kennt und mag und weil Neubau eben etwas Besonderes ist, genauso wie das Old Quarter und das erste Bánh Mì.

Old quarter Bánh Mì

Old Quarter

Westbahnstraße 10

1070 Wien

www.oldquarter.at

Fotos: Old Quarter / Daniel Klingler

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Entdecken. Schreiben. Fotografieren. Daniel ist sowohl kreativ als auch ambitioniert und angelt sich gerne die abenteuerlichen im7ten-Stories bei den Redaktionssitzungen, die er mit immer neuen Ideen bereichert. Sein Steckenpferd: ästhetische Bilder von Alltagssituationen.

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