Posted On 18. September 2015 By In Shops With 1413 Views

Niemand ist eine Insel

Welche Leiter erklimmen wir heute?

Getreu der Fotoserie, die den neuen Folder von buntwäsche schmückt, kann man sich diese Frage auch ohne Zögern im Hinblick auf den beruflichen und familiären Alltag der Geschäftsinhaberin Melanie Lediger stellen.

Die Mutter dreier Töchter ist sicht- und fühlbar stolz: auf das, was ihre Mädels beitragen zum Ausbau der Marke buntwäsche. Auf ihr Verständnis, wenn die gemeinsame Zeit mal wieder knapp wird; und ihre Bereitschaft zur Unterstützung, z. B. hinterm Verkaufspult und auch hinter sowie vor der Fotokamera.

Und sie ist stolz auf ihren Mann, seine Umsicht, speziell in den ersten Lebensmonaten der jüngsten Tochter, mit der er die Geschäftsgründung in der Kaiserstraße 52 unterstützt hat. Und dankbar dafür, dass er ihr den Kontakt zu einem alteingesessenen Wiener Schneider vermittelt hat. Dessen umfangreiches Stofflager ihr nun gleichzeitig Quelle und weiterer Ansporn ist, Vorhandenes zu verwerten und einem neuen Zweck zuzuführen.

Ökologisch – nachhaltig – gut

Das Unternehmen buntwäsche steht dank der Weltoffenheit und dem Ideenreichtum von Melanie Lediger auf verlässlichen Standbeinen. Die die Leiter ihres Lebens gut erden und ganz offensichtlich auch die Sprossen ihres Erfolges ausmachen. Wer bei buntwäsche einkauft, weiß, was erwartet werden kann:

Bio-Baumwolle aus der Türkei, dem uns am nächsten gelegenen Herkunftsland. Transportiert mit LKWs statt auf Schiffen, wo die speziellen Transportbedingungen wieder den Einsatz von Chemikalien (z. B. zur Schimmelabwehr) fordern würden. Verarbeitet in Portugal, wo die Lohn- und Arbeitsbedingungen auf EU-Standard sind. Was dieses hochpreisige Ausgangsmaterial zu leistbarer Öko-Mode für jeden Geschmack und jede Altersklasse werden lässt.

Ein Traditionsunternehmen im Weinviertel – eine Kappenmacherei – ausgestattet mit allen nötigen Maschinen und Zubehör. Und natürlich dem entsprechenden Knowhow – ein unerlässlicher Partner für die lokale Fertigung der buntwäsche Kollektion. Die exklusiven Stoffe, in freilich begrenzten Mengen aus dem oben genannten Stofflager bezogen, werden dort perfekt verarbeitet. Und derart ebenso dem umweltbewussten und sozialem Klientel von buntwäsche zugeführt.

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Selbstverständlich hat in der Produktentwicklung von Melanie Lediger auch das Design einen sehr großen Stellenwert. Nicht umsonst hat die Unternehmerin die Modeschule in der Herbststraße besucht und dort ihr Wissen von der Pike auf gelernt.

Sie preist zurecht die besonderen Merkmale und Einzigartigkeiten ihrer Kollektionen an. Der soeben entworfene Wickel-/Halbrock ist ihr neuestes Meisterwerk – ein wundervoll vielseitiges Kleidungsstück, das sowohl in der Stoffauswahl, als auch in der Länge/Breite und den verschiedensten Tragemöglichkeiten keine Wünsche offen lässt.

Ein Unternehmen der nachhaltigen Art

Viele Dinge im Leben und Arbeiten von Melanie Lediger haben sich wie von selbst in- und aneinander gefügt. Und diese Zahnräder, die so gut greifen, sind höchst produktiv.

Dahinter steckt ganz eindeutig das Bestreben, alles einem immerwährenden Kreislauf zuzuführen – ihre ‚katzenleben‘ Linie ist ein Synonym für die Verwendung von allem, was im ursprünglichen Sinn ausgedient hat und einem neuen Zweck zugeführt werden kann.

Alles ist im Fluss, alles befindet sich in einem Kreislauf. Nichts geht verloren, alles kann irgendwie wieder verwendet werden. Sei es, dass getragene buntwäsche Teile in Secondhand-Shop Qualität zurück gebracht werden und dafür neue Stücke mit 25% Ermäßigung erstanden werden können.

Oder auch die Eulentaler – die Gutscheinmünzen – welche, genauso wie die Zwergenhauben, aus Stoffresten hergestellt werden. Und die Eulentaler-Geschenkschachteln, welche Melanie Lediger aus alten buntwäsche Postkarten in Handarbeit selbst fertigt.

Eine Idee, die sie übrigens einem Freund und dem gemeinsamen abendlichen Fortgehen in sozusagen grauer Vorzeit verdankt. Als es noch mehr Möglichkeiten gab, für Vergnügungen abseits der Verpflichtungen und Aufträge…

Ich bin eine Insel

Das Gefühl hat Melanie Lediger – wahrscheinlich auch aus den Erfahrungen der Vergangenheit resultierend – schon oft gehabt. Und sie ist im gewissen Sinne auch eine Einzelkämpferin – wollte immer ihr eigenes Ding machen und sich auf das verlassen, was sie selbst mit eigenen Händen und Kraft ihrer eigenen Ideen schaffen und bewegen kann.

Im letzten halben Jahr hat sich aber dank z. B. der Kooperation mit der Kappenmacherei im Weinviertel und mit einer ambitionierten Haubenstrickerin in Wien ein ganz neues Spektrum eröffnet. Sie hat für sich erkannt, dass Netzwerken doch einen Sinn macht, ganz eindeutig; und dass es produktiver ist, gemeinsam statt einsam nach dem Guten und Wertvollen zu streben.

Die ambitionierte Gurkerlbotschafterin preist deshalb und aus Überzeugung in ihrem Geschäft die Initiative www.direkthilferoma.at genauso an, wie die Tragetücher von Frau Hübsch.

Ihre Seele nährt sich von dem direkten Kontakt zu ihren lokalen PartnerInnen und ihr Herz schlägt – für das selbst Handanlegen bei den Schnittmustern beispielsweise. Oder für das Personalisieren ihrer Kleidungsstücke mit den rundum handgemachten buntwäsche Siebdruck Motiven – im eigenen Atelier hinterm Geschäft.

Und sie hat sich in ihrem Verkaufsladen ihre eigenen Inseln geschaffen: eine Österreich-Insel, mit den flauschigen ,schafsache‘ Strickwaren und den super stylishen 70er-Jahre Stoffen aus dem Schneider Fundus. Und eine Portugal-Insel, auf der die kräftigen Farben und attraktiven Kombinationen aus türkischer Bio-Baumwolle daheim sind.

Leidenschaft

Sie will keine Trendsetterin sein, sich keinen Modediktaten unterwerfen – sie möchte das machen, was sie will und kann – und für das Designen, die Stoffauswahl und die Schnittkreationen hat sie ganz bestimmt ein glückliches, meisterliches Händchen.

Niemand soll leiden müssen, weder bei der Produktion der Ausgangsmaterialien, noch bei der Herstellung und auch nicht bei der Verarbeitung der Stoffe, aus denen die Kollektionen von buntwäsche gemacht sind.

Das ist das sehr soziale Credo dieser überzeugten und perfekten Idealistin. Und Melanie Lediger weiß, dass ihre

Basics mit Mehrwert

auch weiterhin das überaus stimmige Gesamtkonzept der Marke buntwäsche bestimmen sollen.

Funktionalität genauso wie Bequemlichkeit, Rad- und Dreirad- und Rollertauglichkeit, sicht- und auch fühlbare Materialqualität, Lebendigkeit und Freiheit – allseits kombinierbare Unisex-Mode abseits der Megatrends, dafür mit bestem Gewissen und jahrzehntelanger Erfahrung produziert.

Davon kann man sich kommendes Wochenende sogar in Linz überzeugen, wo Melanie Lediger ihre öko-fairen Kleidungsstücke auf der Wear fair vorstellt und anbietet.

Fazit:

Was würden wir also in das große Wunschbuch schreiben, das Melanie Lediger auf ihrem Kassapult liegen hat; und in das ihre größtenteils Stammkunden all die Anliegen eingetragen, die der umtriebigen Geschäftsfrau zugleich Inspiration und auch willkommener Antrieb sind?

Wir hätten gern noch ein bisschen mehr! Mehr Ökologisches, mehr Nachhaltiges, mehr Faires – buntwäsche XXXL sozusagen – damit unsere Welt eine bessere wird und Niemand eine Insel ist!

buntwäsche

Kaiserstraße 52
1070 Wien
Di – Fr: 10 – 18 Uhr
Sa: 11 – 17 Uhr

 

Fotocredits: Miriam de Goederen

Text: Cornelia Feiertag

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